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Terrorismus / Stellungnahme

Projektbeschreibung: Der Zusatzkurs Sozialwissenschaften in der Jahrgangsstufe 13 setzt sich mit dem Thema "Terrorismus" auseinander.

Stellungnahmen zu den Schlussfolgerungen und Forderungen des Kommentars (Süddeutsche Zeitung 12./13.08.2006)

"Globalisierung in Gefahr"

Meiner Meinung nach ist die von Nikolaus Piper in seinem in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Artikel „Globalisierung in Gefahr“ vorgenommene Verknüpfung von islamistisch geprägtem Terrorismus und der Globalisierung sehr interessant und größtenteils einleuchtend. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass der westlich geprägte Kapitalismus vor allem in ärmeren und sich benachteiligt fühlenden Ländern verhasst ist. Ich stimme hier der Schlussfolgerung Pipers zu, dass die Globalisierung gerechter verlaufen muss, schon allein daher, um islamistisch-terroristischen Doktrinen eine Grundlage zu entziehen.

Die hieraus resultierende Forderung nach international anerkannten Regeln ist ebenfalls nachvollziehbar. Der von Piper vertretene Standpunkt, dass es einer Macht bedarf, um diese Regeln und Konventionen zu kontrollieren, respektive durchzusetzen, ist meines Erachtens nach auch verständlich. usammenfassend wü Dass aber einzig und allein die USA diese Rolle übernehmen könnten, halte ich aus den folgenden Gründen für falsch: Erstens haben die Vereinigten Staaten – wie von Piper richtig dargestellt – in weiten Teilen der Welt, vor allem im für Terroristen einen Nährboden darstellenden Nahen Osten, drastisch an Kredit und Respekt verloren. Zweitens besteht die Gefahr, dass die USA als letzte „Großmacht“ ihre Macht über den internationalen Markt weitgehend unkontrolliert ausspielen und damit noch mehr vor allem ärmere Länder von sich abhängig machen könnten.

Daher finde ich es angebrachter, diese Aufgabe von einer international anerkannten Organisation und nicht von einer einzelnen Nation durchführen zu lassen. Dafür kommen eigentlich nur die Vereinten Nationen in Frage, da sie die einzige wirklich auf der ganzen Welt respektierte Organisation ist.

Der Vergleich einer ausgewogenen Machtsituation mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ist dann, wie ich finde, recht anschaulich, obschon es aufgrund des damals vorherrschenden Kleinstaatenabsolutismus nicht wirklich genau zu der aktuellen internationalen Situation passt.

Was ich ebenfalls erwähnenswert finde, ist Pipers Klarstellung, dass es schon immer Phasen gab, in denen die Weltwirtschaft stagnierte, oder gar zusammenbrach, vor allem das Beispiel der großen Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ist hier sehr passend. Allerdings muss man sich in diesem Kontext auch eine der Konsequenzen dieser großen Depression vor Augen halten, nämlich in Deutschland etwa die Beschleunigung des Aufstiegs Hitlers.

Alles in allem bin ich größtenteils der Meinung Pipers, dass es nur eine gerechtere – und damit auch sicherere – Welt geben kann, wenn die Globalisierung gerechter vorangetrieben wird und eine stabile, für alle akzeptable Weltwirtschaftsordnung entsteht.


Ich sehe die Art der Argumentation Pipers sehr skeptisch.

Auf der einen Seite stellt er die These auf, der internationale Terrorismus sei stark durch den westlich dominierten Kapitalismus bedingt, da viele Menschen aus den ärmeren Ländern deshalb einen Hass gegen den Westen hegen. Auf der anderen Seite sagt er, dass die Terroristen von London, zum Beispiel, von westlichen Ländern profitiert hätten.

Eine Pauschalisierung des terroistischen Problems auf die wirtschaftliche und finanzielle Dominanz des Westens empfinde ich als absurd. Warum ist es gerade der islamische Terrorismus, der zur internationalen Bedrohung geworden ist?

Viele christlich geprägte Afrikanische Länder hätten deutlich mehr Grund zu einer Revolte gegen Europa oder die USA.

Der Versuch des Autors, die USA mit einem imperalistischen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu vergleichen, ist schlichtweg nicht haltbar. Piper warnt davor, die Macht der USA könnte zu groß werden. Dabei ist international gesehen eher das Gegenteil der Fall. Waren die USA nach dem Zerfall der Sovietunion noch die unangefochtene Supermacht dieses Planeten, so ist ihr Einfluss - wirtschalftich und politisch - in den letzten fünfzehn Jahren deutlich instabiler geworden.

Standen die westlichen NATO-Mächte zuvor noch geschlossen einem klaren Feind gegenüber, so ist dieser Zusammenhalt, der durch die kommunistische Bedrohung gegeben war, mit deren Zerfall zerbrochen. Besonders deutlich wird dies an der klaren oppositionellen Haltung, besonders Frankreichs, aber auch Deutschlands, gegenüber dem Irakkrieg.

Zuletzt möchte ich noch die Haltung des Autors kritisieren: Forderungen zu stellen ist immer einfach, klare und schlüssige Antworten zu geben, nicht. Dieses Problem hat auch der Aufsatz von Nikolaus Piper. Er stellt eine Reihe von Forderungen, zum Beispiel, dass die Globalisierung gerechter und auch so dargestellt werden muss. Aber eine Antwort, wie das genau geschehen soll, bleibt Nikolaus schuldig.

Christof Schnur


Ich empfinde Niklaus Pipers Forderungen einfach nur als utopisch.

Er verlangt, dass die Globalisierung von allen Ländern und Menschen als gerecht aufgefasst werden muss und dass alle einflussreichen Beteiligten dafür sorgen müssten, dass dies so geschieht.

Aus diesem Grund wurde 2001 die "Doha-Runde" gegründet, die die Frustration der Entwicklungsländer dimmen sollte. Sie ist nach fünf Jahren gescheitert. Also sieht man daran doch gleich, dass es sehr schwer bzw. unmöglich ist diese Forderung wahr zu machen.

Um Globalisierung für alle möglichst gerecht zu machen, müsste die Industrie in allen Ländern so gut wie identisch sein. Wie soll das funktionieren, wenn die meisten Leute in den Entwicklungsländern noch nicht einmal lesen können?

Um diese Forderungen zu erfüllen, wären Jahrhunderte nötig und kein Politiker auf dieser Welt ist derzeit in der Lage, die Welt so zu regeln, bzw. so weit zu denken.

Ich sehe zwar auch, dass die USA versucht aktiv etwas dagegen zu tun, aber mit ihren „Mitteln“ wie Krieg sind sie sehr weit davon entfernt der Welt etwas Gutes zu tun.

Meiner Meinung nach ist die Globalisierung und somit auch der Terrorismus eine Nummer zu groß geraten und wächst allen Beteiligten über den Kopf, da die Industriellen und Politiker die Rechnung ohne die vielen Unbekannten gemacht haben.

Meike Ostwaldt


Ich stimme mit Herrn Piper überein, dass eine internationale Wirtschaftsordnung und die Einbindung der Entwicklungsländer wichtig sind. Allerdings habe ich meinen Zweifel daran, dass dies dem Terrorismus entgegen wirkt. Denn die meisten Terrororganisationen wollen die Verbreitung oder die Akzeptanz ihres Glaubens oder ihrer Ideale, welches durch eine Wirtschaftsordnung nicht gegeben wird.

Natürlich müssen die Regeln der internationalen Wirtschaftsordnung bewacht werden, aber im Gegensatz zu Herrn Piper meine ich, dass dies nicht ein Land tun sollte und insbesondere nicht die USA, da diese schon genug Einfluss besitzt und außerdem, wie Piper richtig sagt, das Vertrauen vieler verloren hat.

Meiner Meinung müsste bei der Überwachung der Regeln die Macht geteilt werden. Der Westen hat sich schon durch den IWF (Internationalen Währungsfond) eine große Macht geschaffen. Deshalb könnte man dort ansetzen die Macht zu teilen.

Dazu könnte die jetzt vereinbarte Reform ein Schritt in die richtige Richtung sein, wenn auch bei der jetzigen Version die USA immer noch zu viel Stimmanteil hat und auch andere westliche Staaten Einfluss abgeben sollten.

Dass die Globalisierung den Terroristen nutzt und dass sie ihr schaden, zum Beispiel durch die jetzt erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, daran besteht kein Zweifel. Aber meiner Meinung folgt daraus nicht der starke Zusammenhang zwischen beidem, den Herr Piper zu sehen scheint.

Es mag sein, dass durch die Globalisierung bei den Verlierern Hass erzeugt wird, aber deshalb werden sie nicht gleich zu Terroristen. Schließlich gibt es bei allem Verlierer und Gewinner.

Gisa Schäfer


Realistische Einstellung

Nikolaus Piper spricht in seinem Artikel "Globalisierung in Gefahr" aus der Süddeutschen Zeitung vom 12./13. AUgust 2006 über den Zusammenhang zwischen dem Terror und dem Phänomen der immer zunehmenden Globalisierung.

Der islamistische Terror nutzt die Globalisierung für eigene Zwecke, so Piper. Er denkt auch, dass der Terror ökonomische Auswirkungen besitzt und führ als ein Beispiel die zusätzlichen Flugsicherheitskosten an. Hier kann ich nur zustimmen; es ist tatsächlich ein wirtschaftliches Großproblem, wenn Terroristen und Sicherheitskräfte eine gegenseitige Aufrüstung betreiben.

Nikolaus Piper fährt in seinem Artikel fort und sagt, dass der Terror auch ideel mit der Globalisierung zu tun hat. Damit meint PIper den Hass der Islamisten auf das Wertesystem der "westlichen Welt" bzw. auf den "globalen Kapitalismus". Auch hier kann ich dem Autor grundsätzlich nur zustimmen; wir können nur hoffen, dass sich dieser Hass nicht noch verstärkt und dass unser Verstand uns davor bewahrt auch Hassgedanken gegen alle islamistischen Völker zu richten.

In Pipers Text wird auch die grundsätzliche Debatte um das Verhältnis zwischen Industrie- und Entwicklungsländern thematisiert. Er sagt, dass Einzelinteressen im Konflikt mit der "elementaren Gerechtigkeit" stehen, und man deswegen eine Macht braucht, die hinter den Regeln steht. Der Autor bezweifelt niemals, dass diese Aufgabe von den USA übernommen werden sollte.

Dieser Einstellung stehe ich äußerst kritische gegenüber, ohne hier jetzt unnötig den Inhaber der Exekutivrechte im Land der Freiheit anzugreifen !

Insgesamt kann ich Nikolaus Piper bis auf diese genannte Ausnahme zustimmen. Ich denke, er hat eine ziemlich realistische Einstellung zu diesem "globalen Problem".

Tobias Wiebking


Gerechte Globalisierung

Im folgenden Text soll zu den Schlussfolgerungen und Forderungen, die Nikolaus Piper in seinem Zeitungsartikel „Globalisierung in Gefahr“ vom 12./13.08.2006, erschienen in der Süddeutschen Zeitung, zum Zusammenhang zwischen Terrorismus und Globalisierung macht, Stellung genommen werden.

Nikolaus Piper stellt im oben genannten Artikel eine Verbindung zwischen dem Terrorismus nach dem 11. September 2001 und der vom „Westen“ ausgehenden Globalisierung her. Er macht deutlich, dass der globale Kapitalismus nicht nur in den islamischen Ländern als Bedrohung angesehen wird und für viele ein Hassobjekt darstellt.

Als Reaktion darauf fordert Piper Maßnahmen, mit denen die Globalisierung für alle gerecht wird. Er verweist auf die gescheiterten Verhandlungen zwischen allen 149 Mitgliedern der Welthandelsorganisation zur Senkung der Handelschranken, die dazu dienen sollten, den Entwicklungsländern einen besseren Zugang zum Welthandel zu verschaffen. Im weiteren Verlauf des Artikels nennt er eine fehlende Autorität als Hauptproblem der geregelten Globalisierung und geht auf historische Ereignisse zum Thema ein.

Dadurch macht Nikolaus Piper in seinem Artikel die engen Zusammenhänge zwischen Globalisierung und Terrorismus, die der Öffentlichkeit in dem Maße nicht bewusst sind, begründend und aufklärend deutlich.

Herauszustellen ist also: Die Globalisierung verstärkt die Disparitäten zwischen den westlichen Industriestaaten und den Entwicklungsländern und wird darüber hinaus auch wegen der kalten ökonomischen Rationalität in vielen Teilen der Welt als Imperialismus wahrgenommen. Allein das sind verständliche Gründe dafür, dass die vermeintlichen „Verlierer“ den globalen Kapitalismus als Bedrohung ansehen.

Die Globalisierung ist also Auslöser und Ursache des internationalen Terrorismus, was sie gleichsam zu einem Ziel für Terroristen macht.

Nikolaus Pipers Forderung nach einer für alle Länder gerechteren Globalisierung ist zu zustimmen, denn nur die Verbesserung der Ausgangslage kann das Problem beheben. Somit ist der Kampf gegen den Terrorismus nicht durch Krieg zu gewinnen, sondern durch eine für alle Länder gleichermaßen profitable, chancenreiche und gerechte Globalisierung.

Bernd Schürckmann


Nicht realisierbar

Auch ich stimme Herrn Piper zu, wenn er sagt, dass Globalisierung gerechter werden muss und besonders die Entwicklungsländer mit eingebunden werden müssen, ohne sie auszunutzen.

Doch halte ich es für kaum realisierbar, dass sich alle gerecht behandelt fühlen. Denn wie Meike schon beschrieben hat, gibt es zu große Unterschiede in der Industrie zwischen den verschiedenen Ländern. Auch der Fakt, dass viele Unternehmer nur noch an Geld denken und für einen hohen Gewinn auch Ausbeutung von armen Menschen in Entwicklungsländern in Kauf nehmen, lässt nicht auf Gerechtigkeit hoffen.

Pipers Theorie, dass die Globalisierung unmittelbar mit dem Terrorismus zusammenhängt, halte ich für falsch. Wie Christof geschrieben hat, gibt es Länder, die wesentlich größere Verlierer der Globalisierung sind und diese sind auch keine Hochburgen für internationalen Terrorismus.

Ich schätze, Terroristen (die ja nun mal oft aus islamischen Ländern kommen) haben eher religiöse und weltanschauliche Gründe für ihren Hass gegen die westliche Welt, nicht (nur) weil sie sich als Verlierer des Welthandels sehen. Den Terroristen selbst kommt die Globalisierung in ihrem Kampf gegen den Westen jedoch sehr gelegen (Flugverkehr, technische Entwicklungen, Kommunikation, usw...), wie Piper auch am Anfang seines Textes schreibt.

Ein weiterer fragwürdiger Vorschlag Pipers ist, dass er eine Macht fordert, die überall anerkannte Regeln durchsetzt. Als diese Macht sieht er die USA, auch wenn es dort nach den vielen Skandalen (Behandlung von Gefangenen im Irak, Guantanamo Bay, usw...) während ihres Kampfes gegen den Terrorismus einen „Verlust an politischer Glaubwürdigkeit“ gegeben hat.

Ich halte es für völlig falsch, diese große Verantwortung einem einzigen Staat zu überlassen (und dann auch noch Amerika). Eine Macht die hinter den internationalen Regeln steht, ist eine gute Idee, doch wäre eine Aufteilung der Macht zwischen mehreren Ländern – in meinen Augen- weitaus angebrachter.

Cassandra Stocks


USA sollten nicht Hüter der Globalisierungsregeln sein

Ich persönlich unterstütze, wie auch die meisten meiner Mitschüler, Nikolaus Pipers Aussage,welche besagt, dass Globalisierung die Reichen reicher und die Armen ärmer macht.

Diese globale Ungerechtigkeit lässt sich, wie von Cassandra bereits angesprochen, jedoch nur schwer ausgleichen, denn die reichen Industrieländer profitieren von den billigen Produktionskosten in den Entwicklungsländern und werden sehr unwahrscheinlich auf diese "Art der Ausbeute" verzichten.

Jedoch denke ich nicht, dass die Terroristen in diesem Punkt konkreten Anlass für ihr Handeln finden. Auch hier kann ich Cassandra voll und ganz zustimmen, denn nicht die globalen Diskrepanzen in Sachen Wirtschaft, Handel etc., sondern vielmehr der westliche Lebensstil und die damit verbundene moderne Weltanschauung der meisten Industrieländer sind ausschlaggebend für terroristische Motive.

Natürlichen nutzen die meisten Terroristen die Wege, die die Globalisierung mit sich bringt, für sich. Der Internationale Flugverkehr ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die den Terroristen in ihren Anliegen entgegenkommen.

Obwohl Piper viele wichtige Schlüsse zieht, was die Globalisierung und den Terrorismus betrifft, halte ich es für völlig fehl am Platz, die USA als gescheiterte Macht hinter der Globalisierung und damit als alleinigen Verlierer darzustellen.

Pipers Ansicht nach sind es nämlich sie, die für alle Staaten geltende Konventionen und Regeln durchsetzten sollen. Allein der Gedanke, die Vereinigten Staaten als kontrollierende Autorität hinter der Globalisierung zu bezeichnen empfinde ich als fragwürdig. Trotz ihrer wichtigen Rolle in Bezug auf die Weltwirtschaft sollte ihr nicht die alleinige Macht der Regelsteuerung übertragen werden.

Ich stimme Piper zwar zu, wenn er eine solche Macht fordert, jedoch sollte diese zwischen mehreren Staaten aufgeteilt werden.

Insgesammt gesehen denke ich jedoch, dass sich in Pipers Zeilen viel Wahres zeigt und ihr Inhalt wirklich zum Nachdenken anregt.

Anna-Lena Sprenger