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Terrorismus / Kjell Wahle 1

Projektbeschreibung: Der Zusatzkurs Sozialwissenschaften in der Jahrgangsstufe 13 setzt sich mit dem Thema "Terrorismus" auseinander. Bietet der Text eine realistische Perspektive zur Eindämmung des Terrorismus ?

In dem Text "Kampf gegen den Terror - (k)eine Chance für eine Friedenspolitik" wägt der Autor, Wolfgang Vogt, die Gefahren des Terrorismus und die Maßnahmen zu dessen Bekämpfung gegeneinander ab.

Nachdem Vogt zunächst viele Fragen aufwirft, stellt er im ersten Teil des Textes großenteils Zusammenhänge dar, die jedem, der die Berichterstattung zum Thema Terrorismus oder zu den Anti-Terror-Maßnahmen verfolgt hat, bereits bekannt sind. Im weiteren Verlauf äußert er sich dazu, wie der Terrorismus zu bekämpfen sei, wobei der Autor hier leider viel zu unpräzise formuliert. Zunächst unterstellt er den Medien „Informationskämpfe und Meinungskriege nach den üblichen Mustern“; dennoch wertet er die Frage der Terrorismusbekämpfung danach zu einer simplen Frage über die Diskussionskultur herab und gelangt daher leider zu keiner diskutablen Lösung.

Abschnitt zwei der Argumentation Vogts beschäftigt sich mit der Thematik „Auslöser – Ursache – Wirkung“, zweifelsohne ein sehr hoch gehandeltes Thema. Anstatt jedoch auf dieser sachlichen Ebene zu bleiben, die dem Autor aufgrund seines Fachvokabulars durchaus nicht fern zu sein scheint, fällt er hier leider in allgemeine Kritik über das Verhalten der Politik ab und erteilt der „direkten Terrorismusbekämpfung“ eine Absage. Dass es in der Vergangenheit desöfteren Situationen gab, in denen mehr diskutiert als gehandelt wurde, ist wahrscheinlich den wenigsten Zeitungslesern entgangen. Dennoch ist es gerade dieser Status Quo, den der Autor immer abzuwägen und zu beteuern versucht. Die von Vogt diagnostizierte „Symptombehandlung“ ist schwer zu vermeiden, da es sicher nicht ausreicht, den Terrorismus mit präventiven Mitteln zu bekämpfen, zu denen Vogt leider keine klare Stellung bezieht.

Bei dem Versuch der Trennung zwischen Kriegsführung und Verbrechensbekämpfung als Mittel zur Bekämpfung des Terrorismus bleibt Vogt leider erneut auf dieser Ebene und steigt statt der intensiveren Behandlung dieses Themas in eine Diskussion ein, die den Ausbau der „internationalen (Straf-) Gerichtsbarkeit“ zum Ansatzpunkt hat. Dieser allgemeine Konsens trifft auf die Wünsche Vieler zu, wobei hier leider auch die Detailarbeit auf der Strecke bleibt. Anschließend trifft der Autor die Feststellung, dass „offene, pluralistische Gesellschaften“ auch für „Überraschungsangriffe“ anfällig seien. Dies ist durchaus bewiesen, wobei hier einmal nach der Meinung des Wolfgang Vogt gefragt werden müsste, welche Gesellschaft denn seiner Meinung nach auch gegen „Überraschungsangriffe“ geschützt sei.

Der folgende Absatz „Sicherheit oder Freiheit“ thematisiert im Wesentlichen eine klare Abgrenzung zwischen der „Vielfalt der Kulturen“ und der Politik, die den „Überwachungsstaat“ als Ziel habe. Da der Autor aber auch leider hier eine klare Linie vermissen lässt, proklamiert er eine „konstruktive Konfliktbearbeitung“, wobei in diesem Zusammenhang nicht klar zu sein scheint, dass in diesem Fall nicht von „bösen Jungenstreichen“, sondern vom Internationalen Terrorismus gesprochen wird. In der Zusammenfassung dieses Abschnitts favorisiert Vogt erneut eine Mittellösung, die er zu Beginn des Abschnitts mit einer nahezu „entweder oder“-Abgrenzung bereits ausgeschlossen hatte.

Einen weiterer Widerspruch bilden die Begriffe „Gefährdungsgemeinschaft“ und „Überlebensgemeinschaft“. Die bereits ganz am Anfang von Vogts Ausführungen vereinigten Formen der Gesellschaft müssten am Ende erst noch „durch gemeinsame Anstrengungen“ gebildet werden, so Vogt.

Zusammenfassend kann einerseits erkannt werden, dass der Bezug zur Realität in der Sache der Terrorismusbekämpfung teils nicht mehr im Vordergrund steht, da der Autor meist in Verallgemeinerungen abgleitet. Konstruktive Lösungsansätze, die dem Ernst der Lage in dieser Lage angemessen wären, werden ausgespart.

Zu oft fehlen Wolfgang Vogt meiner Meinung nach konkrete Vorstellungen und Konzepte für das, was er zu vermitteln versucht. An diesen Stellen vermisse ich ein klares Statement und eine klare Position.

Kjell Wahle