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Terrorismus / Gisa Schäfer

Projektbeschreibung: Der Zusatzkurs Sozialwissenschaften in der Jahrgangsstufe 13 setzt sich mit dem Thema "Terrorismus" auseinander.

Verfahren zur Ermittlung der Sitzverteilung in Parlamenten Δ


Internationaler Terrorismus

Gruppen und Netzwerke

Al-Qaida

Das islamische Netzwerk radikal-militanter Gruppen Al-Qaida, dessen größter Anschlag am 11. September 2001 war, wird als die derzeit größte Gefahr im Bereich des islamischen Terrorismus angesehen. Die Al-Qaida ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Gruppierungen, die in ihrer Ideologie grob übereinstimmen.

Es gibt keine hierarchische Führungsstruktur, aber lokale Führer. Das Idol der Gruppierung jedoch ist Osama bin Laden. Das Ziel der Al-Qaida ist der „Gottesstaat der Rechtgläubigen“. Darin inbegriffen ist der Angriff auf den Westen und die Zerstörung Israels. Nachdem die Welt von den Ungläubigen befreit ist, soll es zur Vereinigung aller Muslime unter einem muslimischen Herrscher kommen. Dabei wird jede Gewaltaktion als Verteidigung gesehen.

Auch wenn die Mehrheit der Mitglieder arabischer Herkunft ist, so hat die Al-Qaida auch Gefolgsleute anderer Nationen. Vor dem Afganistankrieg wurden die Mitglieder systematisch für die Durchführung von Terrorangriffen ausgebildet und danach gibt es in vielen Ländern Verstecke und Ausbildungslager.

Hamas

Die Hamas ist eine politisch-religiöse Bewegung der Palästinenser, deren zugehörige Partei in jüngster Zeit erfolgreich ist. Sie führt einen „Heiligen Krieg“ gegen Israel; ihr Ziel ist die Zerstörung Israels und die Gründung eines islamischen Staates in Palästina. Sie lehnt die Zweistaatenlösung ab und führt gegen die israelische Besetzung der Palästinensergebiete einen gewaltsamen Widerstand mit Selbstmordattentaten in Israel.

Die Wurzeln der Hamas liegen in der fundamentalistischen ägyptischen Moslem-Bruderschaft. Die Organisation wurde von Scheich Achmed Jassin nach dem 6-Tage-Krieg von 1967 gegründet. Sie betrachtet die USA als Feind und erreicht Sympathie in den besetzten Gebieten durch die Gründung von zahlreichen sozialen Diensten.

Hisbollah

Die Hisbollah ist eine islamisch libanesische Organisation, die es im Libanon auch als politische Partei gibt und die dort seit 1992 im Parlament vertreten ist. Als sie durch einen Zusammenschluss verschiedener schiitischer Gruppen gegründet wurde, war ihr Ziel der Widerstand gegen die israelische Invasion. Ihr Nahziel ist die Rückgewinnung eines kleinen Grenzgebietes. Außerdem wollen sie die Herrschaft des Islams über Jerusalem und die völlige Vernichtung des jüdischen Staates.

Das Ziel des islamischen Gottesstaates haben sie mit der Beteiligung an einer christlich-muslimischen Regierung scheinbar aufgegeben. Die Hamas wird vom Iran und Syrien finanziell und politisch unterstützt und besitzt schwere konventionelle Waffen. Ihre paramilitärischen Einheiten agieren unabhängig von der libanesischen Staatsgewalt.

Seit 1985 gibt es Anschläge der Hisbollah in der israelischen Sicherheitszone. Diese sind hauptsächlich gegen die israelische Armee gerichtet und bestehen aus vielen Attentaten und der Entführung israelischer Soldaten.

Die Hisbollah besteht aus einem radikalen und einem gemäßigten Flügel. Ihre sozialpolitischen Ziele liegen im Bereich Bildung und Gesundheitswesen. So ermöglichte die Hisbollah Waisenhäuser und Krankenhäuser zu Niedrigpreisen für Patienten aller Konfessionen, sowie die Verbesserung der Infrastruktur. Außer diesen vielen sozialen Einrichtungen besitzt sie einen eigenen Fernsehsender.

IRA

Die Irish Republican Army gilt als älteste Terrororganisation in der westlichen Welt (erwähnt seit 1916). Sie will die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und die Vereinigung mit der Republik Irland.

Das Hauptmotiv für die Anschläge der IRA war die Verweigerung politischer Teilhabe der katholischen Minderheit in Nordirland. Dementsprechend hatte sie großen Rückhalt in der katholischen Bevölkerung, die sie als Schutzmacht ansah.

Sie führte planmäßig vorbereitete Anschläge aus dem Untergrund aus und widersetzte sich der Besatzung und der Repression in der Gefangenschaft durch Hungerstreiks, die teilweise tödlich endeten. Waffen und Geld bekam sie von Organisationen aus den USA und außerdem Hilfe von der PLO mit Waffen und Training aus Libyen.

Auch fanden Schutzgelderpressungen bei den Gegnern statt. Im 2. Weltkrieg versuchte die IRA mit Nazi-Deutschland zusammen zu arbeiten um England zu schaden.

2005 wurde ihre vollständige Entwaffnung bekannt gegeben, doch dieser Waffenstillstand hielt nicht lange, da sich im Februar 2006 hundert IRA-Anhänger eine Straßenschlacht mit der Polizei lieferten.

PKK

Die Arbeiterpartei Kurdistans, PKK, ist eine marxistisch-leninistische Organisation, die gegen die Missachtung der kurdischen Rechte kämpft. Sie wurde im November 1878 in der Türkei gegründet mit dem Ziel einen sozialistischen kurdischen Nationalstaat auf dem türkischen Staatsgebiet unter ihrer alleinigen Führung zu errichten.

Die PKK besitzt große Sympathie in Teilen der kurdischen Bevölkerung in der Türkei, dem Iran, dem Irak und Syrien. Sie ist eine straff organisierte, zentralistisch geführte Kaderorganisation, die von Abdullah Öcalan mit diktatorischer Härte und autoritärem Stil geleitet wurde.

Es gilt das Prinzip des unbedingten Gehorsams gegenüber dem nächsthören Gremium, sowie ständige Berichtspflicht und die Pflicht zur Rechenschaft und Selbstkritik. Dabei müssen alle Öcalan folgen, welcher der uneingeschränkte Führer ist. Die PKK befürwortet und betreibt den bewaffneten Kampf. Sie führt seit 1984 einen Guerilla-Krieg gegen den türkischen Staat, worauf die türkische Regierung mit militärischen Gegenaktionen reagiert.

So entstand ein bürgerkriegsartiger Zustand, durch den seit 1984 etwa 3000 Kurdendörfer vernichtet wurden. Inzwischen ist das Ziel der PKK kein unabhängiges Kurdistan mehr, sondern die Gründung einer Förderation auf türkischem Territorium nach bundesrepublikanischem Vorbild, in der die kurdische Identität gewahrt wird. Sie beschäftigt sich auch mit dem Aufbau von Auslandsorganisationen mit einem Schwerpunkt in westeuropäischen Staaten.

Auch in Deutschland gab es 1993 Anschläge der PKK gegen türkische Einrichtungen. Im März 1996 drohte sie mit Terror und Selbstmordkommandos in Deutschland, will jedoch jetzt auf Gewalt in Deutschland verzichten.

Gisa Schäfer