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Terrorismus / Demokratie

Projektbeschreibung: Der Zusatzkurs Sozialwissenschaften in der Jahrgangsstufe 13 setzt sich mit dem Thema "Terrorismus" auseinander.

Wegweiser Bürgergesellschaft

Informationstexte

Stellungnahme

Kommunitarismus - eine Zukunftsperspektive für unsere Gesellschaft?

Von Tanja Schlüter

Immer wieder wird in den Nachrichten von der schon lange nicht mehr wegzudenkenden Arbeitslosigkeit und den mit sich bringenden Problemen gesprochen, zu denen selbstredend auch die soziale Armut und Ausgrenzung gehören. Diese verschiedensten Ausgrenzung von "nicht brauch" und "gebraucht werden" führen zu einer immer stärken individuellen Entwicklung, wobei Einsamkeit und die Bildung einer Ego-Gesellschaft die Folgen sein könnten.

Um diesem Problem der Ausgrenzung zu beseitigen, schlägt der Kommunitarismus eine Beseitigung des Individualismus und die Rückbesinnung auf Bedeutung und Wert von Gemeinschaft vor. In einer kommunitaristischen Gemeinschaft herrschen bestimmte, gemeinsam geteilte Wert- und Moralvorstellungen sowie Traditionen.

In diesem Punkt sehen ich das Problem, dass der Kommunitarismus keine gute Zukunftsperspektive für die Gesellschaft bildet, denn es ist in einer modernen Gesellschaft nur schwer möglich eine so starke Vereinheitlichung einzuführen. Ich denke, dass ein Mittelweg gefunden werden muss, der auch einige Ziele des Kommunitarismus, sowohl als auch des Individualismus beinhalten, denn eine einseitige Enwicklung verbirgt zu viele Probleme.


Stellungnahme

Kommunitarismus als "sozialer Kit" der Gesellschaft

Von Patrick Kamps

Der von Dr. Warnfried Dettling als Möglichkeit zur Überwindung gesellschaftlicher Probleme vorgeschlagene Kommunitarismus kann meiner Ansicht nach nur bedingt als "sozialer Kit" der Gesellschaft funktionieren. Die Fokussierung auf bürgerlich-nachbarschaftliche Beziehungen als Stärkung der sozialen Infrastruktur scheint auf den ersten Blick als sehr gute und zweckmäßige Lösung in der Frage, inwiefern man zum Beispiel Arbeitslose fördern und fordern sollte.

Allerdings wird Dettling in seinem Text kein bisschen konkret in Bezug auf seine Forderungen, er nennt keine speziellen Punkte, die er ändern - und wenn ja, wie er sie ändern - will. Daher scheint es mir sehr unklar, wie eine Stärkung sozialer Gemeinschaften, wie etwa der Nachbarschaft, ein Problem wie das der Arbeitslosigkeit auch nur ansatzweise lösen kann. Des Weiteren drängt sich mir die Frage auf, wie bürgerschaftliches Engagement oder Ehrenamt definiert sind und welche Arten solcher Aufgaben von Arbeitslosen zu erwarten sind. Soll man Arbeitslose zu einer bestimmten Tätigkeit zwingen? Wenn ja, dann kann dieser Zwang nur mithilfe staatlicher Mittel ausgeführt werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht ausdrücklich gegen bürgerschaftliches Engagment als solches wenden, aber es kann einfach keine Lösung für große gesellschaftliche Probleme wie der Massenarbeitsloigkeit aufzeigen, auch wenn soziale Beziehungen zweifelsohne verbessert würden. Wie auch von Dettling angedeutet, sind pluralistische oder individualistische Tendenzen in unserer Gesellschaft vorhanden, die eine nachbarschaftliche Bindung vor allem in anonymen Großstadtgesellschaften erschweren bis unmöglich machen.

Daher kann es meiner Meinung nach nur der Staat als absolute und als solche anerkannte Autorität sein, die in der Lage ist, gesellschaftliche - und damit, wie etwa im Fall der Arbeitslosigkeit, oftmals verbunden auch wirtschaftliche - Probleme zu lösen.


Kommunitarismus- eine Frage der Realisierbarkeit

von Anna-Lena

Dadurch, dass es in unserem heutigen Zeitalter immer öfter zu sozialen Diskrepanzen oder Ausgrenzungen jeglicher Art kommt, die sich beispielsweise auf Arbeitslosigkeit zurückführen lassen, entwickelt sich die Gesellschaft immer mehr Ich-orientiert, was soziale Abkapslung oder die wie bereits schon genannte Bildung einer Ego-Gesellschaft zur Folge haben könnte.

Die Theorie des Kommunitarismus scheint hierfür jedoch eine Lösung gefunden zu haben. Wie schon bereits von Tanja angesprochen, verspricht die Theorie eine Verbesserung der aktuellen Gesellschaftslage, indem der Individualismus zu Gunsten von Gemeinschaft und wieder hervorgerufenen Wertvorstellungen weicht, denn nur so ist es möglich die Lage zu verbessern.

Obwohl der von Dr. Dettling zur Verbesserung der Gesellschaftslage vorgestellte Kommunitarismus auf den ersten Blick sehr plausibel scheint, bin ich doch skeptisch, inwiefern sich diese Theorie durchsetzten lässt, denn ich bin mir sicher, dass sie nicht bei allen auf Befürwortung stoßen wird. In unserer heutigen Gesellschaft ist eine Beseitigung der Individualisierung nur schwer möglich und ich glaube kaum, dass erfolgreiche Einzelkämpfer ihr gesamtes Konzept umstellen würden „nur“ um der Gesellschaft einen Gefallen zu tun. Ich denke, dass wie bereits von Tanja angeführt, ein Mittelweg, welcher Ziele des Kommunitarismus und des Individualismus beinhaltet, hier die beste Lösungsmethode ist, um die Ideen dieser Theorie zu realisieren.


Stellungnahme

Kommunitarismus als Ausweg?

Von Janik Hundacker

Der Vortrag „Perspektiven der Aktiven Bürgergesellschaft“ von Dr. Warnfried Dettling beschreibt die immer stärker aufkeimenden gesellschaftlichen Probleme in Deutschland. Dazu beginnt er mit der Erläuterung, was Deutschland vor einigen Jahren noch zu einer großartigen Gesellschaft machte und was ihr dazu heute fehlt. Dabei stellt er heraus, dass ein notwendiges Gleichgewicht im deutschen Raum nicht mehr anzutreffen ist. Herr Dettling ist überzeugt von einer deutschen Egogesellschaft, die keine Pflichten mehr kennt. Im weiteren wirft er das Problem der Arbeitslosigkeit in den Raum. Seiner Ansicht nach sind eben jene Arbeitlosen zum einen auf Kosten des Staates zu gut ausgerüstet und zum anderen von der Gesellschaft „abgeschrieben“. Das Denken der Kommunitarier könnte laut Herrn Dettling ein Ausweg aus dieser Problematik sein.

Meiner Meinung nach bringt Dr. Warnfried Dettling seine eigenen Überlegungen klar zum Ausdruck und macht seine Überzeugung klar. Ich selbst kann ihm allerdings nicht beipflichten, da sein Vortrag mich nicht überzeugt. Oft stellt er bloß Thesen auf, ohne diese zu belegen (z.B.: Z.: 25 – 26). Wenn er dann mal Beispiele anführt, so sind dies bloß extreme Beispiele (z.B.: Z.: 40 - 42) die nicht in der Lage sind die Gesamtsituation zu repräsentieren und somit auch als Beleg der Thesen nicht ausreichen. Einige male führt er auch Zitate des Nobelpreisträgers Amartya Sen an, in dessen Überzeugung er die Lösung der Problematik sieht. Jedoch konkrete Verbesserungsvorschläge fehlen hier gänzlich.

Insgesamt stellt er für sich klar, was die Probleme der deutschen Gesellschaft sind und was sich daran ändern muss. Jedoch ist das „Wie?“ für mich nicht ersichtlich und dank der nicht ausreichenden Argumentation denke ich sollte man auch die vorgestellte Problematik sowie die notwendigen (unkonkreten) Änderungen zur Behebung dieser in Frage stellen. Sicherlich hat Herr Dettling nicht gänzlich unrecht mit seinen Überlegungen. Jedoch würde er mit einer besseren Argumentation deutlich mehr erreichen und in seinem Publikum mehr Überzeugungsarbeit leisten. Die Idee des Kommunitarismus kommt hier kaum zum Ausdruck, obwohl sie doch zu Lösung beitragen kann. Allein dieser Idee wird das nicht gelingen, jedoch kann sie einen Großteil dazu beitragen. Auf welche Weise hätte Herr Dettling noch genauer und besser beschreiben können oder müssen.