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auf der Unterrichtsplattform (Wiki) unserer Schule. Hier bereiten wir Unterricht und Projekte vor. Dieses Wiki ist Teil unserer offiziellen Schulhomepage.

Schule2008 / Oelkers

Jürgen Oelkers

Universitätsprofessor für Allgemeine Pädagogik am Pädagogischen Institut der Universität Zürich

Arbeits- und Forschungsgebiete:

  • Geschichte reformpädagogischer Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert
  • Entwicklung und Steuerung der Bildungssysteme
  • Demokratie und Erziehung
  • Bildungspolitik und internationaler Vergleich

Interview Oelkers:

In dem Interview zeigt Oelkers Fehler im deutschen Schulsystem auf und erklärt, was man ändern müsste.

Erziehung als Wechselwirkung:

  • Demokratietheoretisch ist Bildung Wechselwirkung, doch in der Schule gilt immer Einwirkung, also Vermittlung von Stoff durch eine Autorität, sodass es scheint, als hätten Schüler immer Defizite
  • man müsste Schüler jedoch von ihren Potenzialen betrachten
  • Bildung ist Bürgerrecht- als Vorbereitung der Bürger auf die Demokratie
  • Schüler sind auch aktiv und sollten deshalb an der Schule beteiligt werden, denn heute wird die Partizipation (Teilnahme, Einbeziehung) der Schülerrolle völlig vernachlässigt

Plädoyer für eine aktive Schule:

  • Ganztagsschulen sind keine Lösung, sondern sind nur eine Verschiebung des Halbtagsunterrichts auf einen Ganztagsunterricht
  • die frühe Selektion und Einordnung des dreiklassigen Schulsystems verpflichtet Schüler auf eine Schulform
  • das System muss integrativer sein (=alle Schüler werden gleich unterrichtet, auch wenn sie beeinträchtigt oder behindert sind)
  • Schulen sollen auch für die Allgemeinbildung sorgen
  • Gesamtschulen wurden als Ersatzschulen eingerichtet, was somit auch keine Veränderung des Systems brachte

Das Schweizer Schulsystem als Vorschlag zur Veränderung für Deutschland:

  • Basisstufe: ein fliessender Übergang zwischen Kindergarten und Schule

–> 2 Jahre Kindergarten + 6 Jahre Grundschule = 8 Jahre Gesamtschule

  • Selektion nach der 6. Klasse auf ein zweistufiges System, Sek I und Sek II

I also Zusammenfassung von Hauptschule und Realschule II Gymnasium mit Blick aufs Universitätsstudium

Wirksamkeit von Schule:

  • gute Lehrkräfte, guter Unterricht und gute Lehrmittel sorgen für Effizienz
  • welche Anzahl der Schuljahre eine gutes Resultat bringen, wurde nie geprüft
  • die 45-min-Stunde sollte man in Frage stellen, da das System nicht mehr zu den modernen Entwicklungen passt
  • die Disziplinierung in der Schule ist schwierig, da der Unterricht im Vergleich zu Medienneuheiten zu Hause langweilig scheint und Kinder nicht darauf vorbereitet sind
  • Wissen ist nicht Schulwissen! Vieles von dem Schulwissen ist wahrscheinlich überflüssig
  • es gibt keine Studien, doch die Vergessensquote ist bestimmt sehr hoch
  • die Schule muss sich von der „Anstaltsförmigkeit“ trennen und den Zugang zu Wissen garantieren
  • Schulbücher reichen nicht mehr aus –> man müsste Schülern einen Arbeitsplatz bieten, der den Zugriff auf die neuen Medien, Daten und Wissensbestände ermöglicht (z.B. Google)
  • er fragt sich, wie lange die starre, unflexible Struktur „Schule“ noch hält

Feedback:

  • die Art und Weise, wie Leistungen beurteilt werden, sind immer Lehrerurteile
  • dieses Urteil ist kein Feedback, was aufbauend ist
  • Feedback heißt, dass beide Seiten (Lehrer/Schüler) aktiv sind !
  • Lehrer müssen von den Schülern und deren Schulerfahrungen lernen
  • das Feedback von Schülern ist nützlich und fair (Schüler= critical friends)

–> also Feedback ist eine der Entwicklungstechniken

  • die Meinung der Schüler wird jedoch nie abgefragt, obwohl man Qualität steigern kann, wenn man als Lehrer weiß, wie man wirkt
  • "Feedback wäre für mich eine Veränderung der Schulkultur, die selbst in einem sehr bürokratischen System sehr wohl möglich ist und auch gar nichts kostet."
  • dies steigert auch die Akzeptanz von Schule und die Motivation der Schüler, da sie mitgestalten
  • die Lernbereitschaft ist größer, wenn sie wissen, warum sie etwas lernen