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Nachhaltigkeit / Umbau Der Gesellschaft Mit Gesetzlichem Grundeinkommen Für Alle

Eine Gesellschaft mit gesetzlichem Grundeinkommen für alle - möglich und wünschbar?


Ausstieg aus der Wachstumsgesellschaft dank gesetzlichem Grundeinkommen?

Ist ein Ausstieg aus der Wachstumsgesellschaft mit der Einführung eines gesetzlichen Grundeinkommens möglich?

Bevor es zur Beantwortung der Frage kommt, ist es wichtig, einmal genau zu erfahren, was sich hinter den Wörtern „Wachstumsgesellschaft“ und „gesetzlichem Grundeinkommen“ verbirgt. Aus diesem Grund ist eine kurze Definition der beiden Begriffe angebracht.

„Wachstumsgesellschaft“:

Eine Wachstumsgesellschaft ist eine Art von Gesellschaft, die immer weiter anwächst – ob im wirtschaftlichen, industriellen, etc. Sinne. Auch ein Wachstum der Bevölkerung ist in diesem Begriff enthalten.

„Gesetzliches Grundeinkommen“:

Ein Gesetzliches Grundeinkommen ist ein sozialpolitisches Finanztransfermodell, in dem jeder Bürger vom Staat eine gesetzlich festgelegte und für jeden Bürger gleiche finanzielle Zuwendung erhält, für die keine Gegenleistung erbracht werden muss. Das Grundeinkommen wird meist in einer Höhe diskutiert, in der es ohne weitere Einkommen oder bedingte Sozialhilfe existenzsichernd wäre. Es gibt viele verschiedene in Deutschland diskutierte Modelle des gesetzlichen Grundeinkommens – z.B. das Solidarische Bürgergeld (Althaus-Modell) oder das Ulmer-Modell. Das Grundeinkommen stellt ein Einkommen dar, welches eine Grundlage zur Sicherung der Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe darstellen soll, ohne dass eine sozialadministrative Bedürftigkeitsprüfung erfolgt oder ohne dass eine Bereitschaft zur Arbeit gefordert wird. Wer mit dem gesetzlichen Grundeinkommen über mehr Geld verfügen möchte, könnte sich dies immer noch (z.B. durch Erwerbsarbeit) verdienen – es bestünde nur keine existenzielle Notwendigkeit mehr zur Erwerbsarbeit.

Nach diesen kurzen Begriffserklärungen geht es nun ans Beantworten der oben gestellten Frage. Dagegen spricht, dass der Mensch eigentlich von Natur aus ehrgeizig und gewinnorientiert ist. Somit wäre er mit einem gesetzlichen Grundeinkommen unzufrieden. Wahrscheinlich würde er sich deshalb neben seiner Beschäftigung noch eine andere Erwerbsarbeit suchen, um seinen Besitzstand zu vergrößern. Dann gäbe es aber wieder die Unterschiede zwischen den Menschen, die vermögender sind als andere, wodurch die Lücke zwischen Arm und Reich nicht überwunden werden kann.

Warum ein gesetzliches Grundeinkommen aber die Wachstumsgesellschaft stoppen könnte, ist die Tatsache, dass sich dieses gegen den Zwang zur Arbeit richtet. Es würde eine Grundlage für die Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung und die Möglichkeit, sich einfacher selbstständig zu machen, schaffen.

Das Grundeinkommen kann auch die Basis zum Ausstieg aus unzumutbaren Lebenssituationen liefern. Beispiele dafür sind der Ausstieg aus gewalttätigen Familien und Partnerschaften sowie Schwangerschaften.

Mit diesem Einkommen findet auch eine Absicherung der Gesellschaft nach unten („Abschaffung der Armut“) statt. Zudem könnten die Arbeitslosen eine bessere Versicherung erhalten.

Alles in allem scheinen die Argumente für einen Ausstieg aus der Wachstumsgesellschaft mithilfe des gesetzlichen Grundeinkommens einleuchtend. Dadurch dass jeder Mensch das gleiche Einkommen bekommt, können zumutbare Lebensstandards gewährleistet und der Wettbewerb unter der Bevölkerung verringert werden.

Quellen: www.wikipedia.de und http://library.fes.de/pdf-files/wiso/06194.pdf

Irina Rau und Lisa Casey

Kommentar: Liebe Lisa und Irina, der Text ist gut geglierdert und ist in sich schlüssig. Euer Argument, dass die Einführung des gesetzlichen Grundeinkommens eine Absicherung nach Unten bedeuten würde ist gut, doch es besteht die Möglichkeit, falls das Grundeinkommen niedrig ausfallen sollte (wenn der Staat nicht dafür aufkommen kann), würde das einen schlechten Lebensstandard zur Folge haben.

Liebe Grüße Ernst-Fabian und André

Kommentar: Auffällig ist die gute Struktur der Erörterung. Die Definitionen zu Beginn des Textes geben dem Leser die notwendigen Informationen, um die nachfolgenden Szenarien und Thesen nachvollziehen zu können. Anschließend wird auf die in der einleitenden Fragestellung beschriebene Thematik eingegangen, die mit sorgfältig ausgewählten Beispielen veranschaulicht wird. Zudem wird durch die Verwendung von Absätzen -die den Text in Pro und Contra gliedern- eine in sich stimmige Erörterung gegliedert, die auch durch die abschließende Schlussfolgerung überzeugt.

L.Fischer und K.Mansfeld

Kommentar: Liebe Irina, liebe Lisa, euer Text gefällt mir gut, da er mit einer klaren Fragestellung eingeleitet wird und hilfreiche Begriffserklärungen beinhaltet. Logische Pro- und Contra-Argumente bieten dem Leser/der Leserin eine gute Hilfestellung sich eine eigene Meinung zu bilden. Das Fazit zeigt eure Meinung und rundet den Text ab.

Dominik H.


Gesetzliches Grundeinkommen

Was ist das überhaupt?

Die Basic Income Earth Network (BIEN) und dessen deutscher Ableger, das Netzwerk Grundeinkommen definiert „gesetzliches Grundeinkommen“ folgendermaßen:

„Ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird, ohne Bedürftigkeitsprüfung oder Arbeitspflicht“. Quelle: www.netzwerk-grundeinkommen.de

Ist das sinnvoll?

Ein Argument das für das gesetzliche Grundeinkommen spricht, ist das so genannte „Kaufkraftargument“. In der Theorie soll die Einführung eines Grundeinkommens die Kaufkraft der Verbraucher erhöhen. Dieses beruht auf folgender Annahme: Wenn Jeder durch das Grundeinkommen sozial abgesichert ist, soll der Kauffreude nichts mehr im Wege stehen.

Ein weiteres Argument besagt, dass durch diese geplante Vollbeschäftigung die Arbeitslosigkeit abgeschafft werden soll. Die geplante Vollbeschäftigung zielt darauf ab, dass die vorhandene Arbeit gerecht auf die arbeitsfähigen Arbeitnehmer/innen verteilt wird, sodass theoretisch Jede/r vergütete Arbeit ausüben kann.

Diese Ansicht ist sehr utopisch, da wir eine Leistungsgesellschaft sind. In einer Leistungsgesellschaft erhält man nur für Leistung Lohn. Bei einem gesetzlichen Grundeinkommen aber erhält auch jeder, der keine Leistung erbringt Lohn.

Als drittes und letztes Argument lässt sich das „Bürokratieargument“ erwähnen. Gäbe es ein gesetzliches Grundeinkommen, so würde unser Staat sämtliche Verwaltungskosten sparen, die beispielsweise durch Hartz IV, 1-Euro-Jobs und sonstige Sozialleistungen entstehen.

Die Kehrseite des Ganzen fasst ein Zitat der Deutschen Arbeitgeberverbände prägnant zusammen:

„Entweder es hat negative Konsequenzen auf Wachstum und Beschäftigung, weil die gesamtwirtschaftliche Abgabenlast und insbesondere die Grenzbelastung der Einkommen deutlich steigt, oder aber es ist so niedrig bemessen, dass ein Existenzminimum nicht mehr erreicht wird.“ (BDA 2006: 11)

Grundeinkommen-Kreislauf-Skizze

Je höher die Abgaben, desto höher fällt das Grundeinkommen aus. --desto besser ist der Lebensstandard

Probleme:

--bei niedrigen Abgaben: schlechter Lebensstandard

Wir wären also bei dem gleichen Problem, wie wir es auch aktuell vorfinden: die Abgaben, also die Höhe der Steuern

Wer muss viel Steuern bezahlen, wer wenig und wer bestimmt wie viel der Einzelne zahlen muss?

Kommt dann noch eine weitere Steuer?! 20 % auf alles?!

Laut dem obigen Zitat muss das Grundeinkommen bedingungslos vergeben werden. Es erhält somit auch jede Person, die nicht arbeitet!

Einer derartig hohen Belastung ist der deutsche Staat zu diesem Zeitpunkt nicht mächtig. Es müssten zu viele Abstriche gemacht werden, wo keine gemacht werden können.

Die Einführung eines gesetzlichen Grundeineinkommens ist unserer Ansicht nach von der Idee her gar nicht so schlecht. Es könnte eventuell einige Probleme im sozialen Sektor lösen, sodass beispielsweise die Arbeitslosenzahlen sinken könnten und dass vermehrte Arbeitsbereitschaft (auch zu solcher Arbeit, die zurzeit nicht vergütet wird z.B. ehrenamtliche Tätigkeiten) entsteht. Doch unser jetziges Steuersystem lässt die Einführung nicht zu.

Quelle: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/06194.pdf Seite 7-9

André Giesbrecht, Ernst-Fabian Flor

Kommentar: Euer Text ist gut und ansprechend und die Aufteilung in mehrere einzelne Abschnitte erleichtert das Lesen. Nur... wo ist eure schöne Grafik?! :) Irina und Lisa