In díesem Forum können persönliche Eindrücke wiedergegeben werden und jederzeit darauf geantwortet oder darüber diskutiert werden.
Hier werden auch organisatorische Hinweise zur Durchführung des Projekts zu finden sein.Selbstverständlich können auf diesem Wege Fragen gestellt werden und wechselseitig beantwortet werden.
Alle Schülerinnen und Schüler des Kurses haben ihre Eindrücke von den drei Begegnungen mit den Seniorinnen und Senioren wiedergegeben und Vorschläge zur Fortsetzung des Projekts gemacht.
Ein Ergebnis dieses Projekts ist ein Antrag an die Fachkonfernz Pädagogik zur obligatorischen Durchführung des Projekts in der Jahrgangsstufe 12.
Über diesen Antrag wurde beraten, zunächst aber noch nicht entschieden, da die Vorbereitungen auf das Zentralabitur möglicherweise keine Spielräume für ein solches Projekt lassen.
Die nächsten Treffen mit den Seniorinnen finden statt am: Donnerstag, 23. Juni, 14.30 bis 17.00 Uhr im Neubau-"Ei"
Thomas Hoischen, Gerontologe und Leiter des Senioren-Eigenbetriebs beim Kreis Lippe, wird einen Vortrag halten zu Fragen der Motivation im Alter und zu dem Verhältnis von Jung und Alt.
Dienstag, 28. Juni im Kreisaltenheim Blomberg, Beginn: 14.30 Uhr
Persönliche Eindrücke:
Mein persönlicher Eindruck zu dem ersten Treffen mit den Senioren ist sehr positiv, da ich eine Menge über das Leben im Alter erfahren habe. Es ließen sich Erfahrungen über die Probleme und Hindernisse sammeln, die das Alter mit sich bringt. Auf der anderen Seite wurde den Senioren aber auch die heutige Jugend näher gebracht, sodass eine Brücke zwischen den Generationen ermöglicht wurde. Durch verschiedene Experimente, wie selbst einmal gefüttert zu werden, wurde die anfänglich noch etwas angespannte Atmosphäre aufgelockert und es konnte ein gemütlicher Nachmittag entstehen. Dieses erste Treffen war also meiner Meinung nach ein gelungener Einstieg in das Projekt, welches eine gute Basis für die weiteren Treffen bildet.
Alles in allem kann man nur empfehlen, solche Projekte auch weiterhin durchzuführen ( auch außerhalb des Pädagogikunterrichts ), da sie dazu beitragen, die Generationen einander näher zu bringen.
Ich fand auch den heutigen Nachmittag wieder sehr gut und interessant. Es hat mich gefreut, dass wir die Chance hatten, uns mit zwei anderen Frauen zu unterhalten, dadurch hat man einen weiteren Einblick in das Leben älterer Menschen, aber auch persönliche Erfahrungen zu den verschiedenen Altersheimen bekommen.
Ich fand es heute schön, und bin schon sehr gespannt auf Dienstag, wenn wir die Möglichkeit bekommen, das Altersheim zu besichtigen!
Riekje
Wie soll es weitergehen? Beim heutigen Treffen in Detmold ergab sich, dass beide Seiten sehr interessiert sind, dieses Projekt auch über die 3 Treffen hinaus weiterzuführen. Unsere Überlegungen gingen in Richtung eines stufenübergreifenden Projektes, das auch von den folgenden 12. Stufen weitergführt werden soll.
Eine Art Partnerschaft zwischen unserer Schule und dem Altersheim wäre eine Art, dieses Projekt noch weiter zu verankern. Allerdings wurde auch klar gesagt, dass wegen Faktoren wie dem Zentralabitur wahrscheinlich weniger Zeit für Projekte dieser Art zur Verfügung steht. Weitere Dinge, die sich ergaben, stellen Manuela, Herr Eickmeier und ich am Montag vor.
Unser zweites Treffen mit den Senioren war auch wieder sehr interessant und aufschlussreich, obwohl die Gestaltung des Nachmittages diesmal ein wenig anders war als bei dem ersten Treffen. Wir haben einen Vortrag zum Thema Motivation im Alter gehört und dazu in Gruppen Situationen überlegt und auch vorgestellt.
Ich freue mich schon sehr auch das vorerst letzte Treffen am Dienstag, an dem wir die Möglichkeit haben, uns den Alltag bzw. alltägliche Situationen und Schwierigkeiten der Senioren einmal näher anzuschauen, indem wir sie direkt im Heim besuchen werden. Ich erhoffe mir damit einen besseren Einblick in das Leben älterer Menschen und deren Probleme mit den gegebenen Umständen fertig zu werden und kann vielleicht auch ein paar Eindrücke in mein eigenens Leben und meine Zukunft mit integrieren.
Katrin Heptner
rolf.eickmeier:
Weiterentwicklung zu einem Projekt?
Nahezu übereinstimmend werden die bisher zwei Treffen mit den älteren Menschen als beeindruckend und wichtig beschrieben. In den Gesprächen im Kreishaus und im Kurs ergaben sich folgende Fragen:
- Wie können wir unsere Erfahrungen aus den Treffen mit den älteren Menschen und natürlich auch die Verknüpfung mit Theorien zur Sozialisation auswerten und anderen vermitteln?
- Könnten diese Art von Kontakten von Nachfolgekursen der Jahrgangsstufe 11 oder 12 weitergeführt werden?
- Könnte es eine dauerhafte Partnerschaft zwischen unserer Schule und dem Kreisaltenheim in Blomberg geben?
rolf.eickmeier:
Informationen zum Besuch des Altenheims:
Morgen werden eine Reihe von Pressevertretern anwesend sein: Angemeldet haben sich: Lippische Landeszeitung Lippe aktuell Radio Lippe WDR (wahrscheinlich)
rolf.eickmeier:
Hausaufgabe:
Zwischenbilanz zum Projekt „Leben im Alter“ Eigene Eindrücke von den Treffen mit den älteren Menschen Verbindung von Theorie (Unterricht) und Praxis Möglichkeiten zur Fortsetzung des Projekts im eigenen Kurs Verankerung im Schulprogramm?
Der Text soll hier ins FORUM gestellt werden. Damit dies halbwegs stressfrei geschehen kann, kann der Text auch in den Ferien geschrieben werden . Spätestens bis zum Schuljahresbeginn sollte jeder seinen Text hier im Forum stehen haben. Wünschenswert wäre es jedoch, wenn die Texte schon in nächster Zeit erscheinen würden. Dann ist die Erinnerung auch noch frischer.
Außerdem ist mit Frau Strätner vereinbart worden, dass sie die Textveröffentlichungen mit verfolgt und vielleicht weitere Hinweise gibt. Auf diesem Wege könnten auch weitere Fragen beantwortet werden.
'''
Alle drei Treffen haben mir sehr gut gefallen.''' Natürlich hat unser Projekt Freizeit gekostet und am Anfang war es schon ein dummes Gefühl nicht zu wissen, wie man sich verhalten soll. Nach einer Weile waren aber dann die Hemmungen abgebaut und man konnte sich freier mit den Seniorinnen unterhalten.
Diese Barriere zu überwinden, könnte einem in seiner Freizeit unter Umständen garnicht in den Sinn kommen. Man kennt seine eigenen Großeltern und ist das Thema "Alte Menschen" auch schon gegessen. Deswegen denke ich, dass es wichtig ist, gemeinsam in der Schule für das Thema Alter zu sensibilisieren und Grenzen zu überschreiten, die man sonst niemals überschreiten würde. Man vergisst oft, dass man selber auch mal alt sein wird.
Die Zukunft unseres Projektes könnte ich mir so vorstellen, dass wir den Pädagogik-Kursen der 12 unser Projekt vorstellen, und sie können im Unterricht dann überlegen, ob sie Interesse haben dieses Projekt fortzuführen. Ich denke, man sollte es niemandem aufzwingen, weil, wenn man kein Interesse hat, ist wohl auch der Erfolg nur gering. Aber Interesse lässt sich ja auch wecken.
marvin:
Ich hatte den Eindruck, dass die Treffen von Alt und Jung bei beiden Gruppen sehr viel Gefallen gefunden haben! Es gab zwar hier und da ein paar Startschwierigkeiten, welche sich jedoch von alleine aufhoben. Auf die Frage, wie es ihnen gefiele, antworteten die älteren Damen (und Herren) meist, dass es schön sei, mal aus dem Altenheim herauszukommen und dass es Spaß macht, sich mit jüngeren Leuten zu unterhalten.
Diese Treffen zeigten jedoch auch, dass es leichter ist die Theorie zu beherrschen als tatsächlich im Alltag "professionell" mit "Alten" umzugehen. Zur Fortsetzung dieses Projekes würde ich sagen, dass es ein sehr interessanter und sinnvoller Teil des Unterrichtsplans der Jahrgangsstufe 12 sein könnte, welcher dann halt von Jahr zu Jahr wiederholt wird! So lernen auch die "Alten" jedes Jahr neue freundliche Gesichter des Gymnasiums Blomberg kennen! Es macht mit Sicherheit auch dem einen oder anderen Schüler Spaß und beeinflusst seine Berufslaufbahn!
t.rigbers:
Ich persönlich fand, dass das Treffen zwischen Jung und Alt eine sehr interessante Erfahrung war. Zusätzlich bekam man vor allem beim zweiten Treffen noch einiges an Informationsmaterial.
In meinen Augen fand die Verbindung von Theorie und Praxis nur in einem sehr eingeschränkten Rahmen statt, denn schon beim ersten Treffen kamen andere Gruppenzusammensetzungen zustande als geplant waren. Deshalb wurden die im Unterricht erarbeiteten Fragen teilweise hinfällig, allerdings waren bei den Treffen die möglicherweise mit dem Alter auftretenden körperlichen und geistigen Einschränkungen zu beobachten, wie wir im Unterricht erarbeitet hatten.
Die Fortsetzung dieses Projekts scheint mir etwas schwierig. Diese Treffen sowie die Nachbearbeitung und die mehr oder weniger sinnvolle Vorbereitung sind sehr zeitintensiv, sodass sie allerhöchstens auf freiwilliger Basis durchgeführt werden können. Hier wäre allerdings unsicher, wie viele für so eine Aktion ihre Freizeit opfern würden. Eine feste Verankerung im Schulprogramm wäre auf der einen Seite natürlich sehr sinnvoll, auf der anderen Seite stelle ich mir die Durchführung etwas problematisch vor. Vor allem da heutzutage so viele Bestimmungen landesweit durchgesetzt werden, denke ich, dass es sehr schwierig wäre, die nötige Zeit für solch ein Projekt zu verwenden, ohne gegen die landesweiten Bestimmungen zu verstoßen.
Alles in allem denke ich allerdings, dass das eine sehr sinnvolle Aktion war, die auf jeden Fall weitergeführt werden sollte, insofern denn genug Zeit da ist.
Mareike:
Zu Anfang standen wir ja mit großer Skepsis dem Projekt gegenüber, vor allem, weil wir nicht wussten, wie wir mit den Senioren vom Altenheim umgehen sollten und was uns bei den Treffen erwarten würde. Zwar hatten wir uns in den Stunden vorher abgesprochen und vorbereitet, doch trotz allem Optimismus existierte zunächst noch eine Hürde zwischen den Senioren und uns, die auch die Betrachtung des Bildes, das zur Eröffnung an die Wand projektiert wurde, nicht aufgehoben wurde, da die meisten der älteren Menschen doch unter Seh- und Hörschäden litten, wobei letzteres sich auch bei den Gesprächen stark bemerkbar machte. Doch das gemeinsame Spiel und die Probefahrten mit Rollstühlen sorgten ja dann für die nötige Auflockerung und die Gespräche kamen in Gang, wobei irgendwann auch die Scheu vorm lauten Sprechen aufgehoben wurde.
Die Fragen, die wir uns überlegt hatten, waren dabei letztendlich nicht mehr von großem Nutzen, denn auf Menschen muss doch individuell eingegangen werden und außerdem ergaben sich die Fragen auch aus dem Gespräch selber. Nach dem, meiner Meinung nach, recht erfolgreich abgeschlossenen Nachmittag folgte dann schon bald das zweite Treffen, bei dem es hauptsächlich um das Thema Motivation ging, zu dem Thomas Hoischen seinen Vortrag hielt. Insgesamt kam dieser Vortrag bei uns Jugendlichen nicht so gut an und auch von Seiten der Senioren war die Situation nicht recht glücklich, da wieder die Seh- und Hörschwächen ein Problem darstellten, das Herr Hoischen aber weniger bedachte. Am liebsten hätten wir Schüler mehr Zeit für Gespräche gehabt, zum Beispiel mit Untermalung von Gesellschaftsspielen, so wie es ja auch ursprünglich von uns geplant worden war.
Das dritte und vorerst auch letzte Treffen im Wohnheim der Blomberger Senioren war auch wieder sehr interessant. Die ausführliche Führung durch das wohnlich hergerichtete Gebäude mit seiner freundlichen Atmosphäre übertraf die Vorstellungen von einem Altenheim bei weitem. Zudem fand ich es gut, dass uns Gespräche mit den Pflegern, Angestellten und Zivis ermöglicht wurden, die uns unsere Fragen mit Geduld beantworteten und von ihren jeweiligen Aufgabenbereichen berichteten.
Insgesamt kann also gesagt werden, dass das Projekt im Gegensatz zu den anfänglichen Zweifeln eine sehr schöne Erfahrung war, das so gut wie allen Freude bereitet hat und auch sein Ziel, dem Näherkommen zwischen Jugend und Alter und der Aufhebung der Distanz, durchaus erreicht hat. Abschließend bleibt die Überlegung offen, wie man dieses Projekt weiterführen könnte, denn der neu geknüpfte Kontakt sollte jetzt nicht einfach abbrechen. Vielleicht könnte man weitere Treffen mit Gesellschaftsspielen und Spaziergängen, gemeinsame Ausflüge oder Besichtigungen und vor allem Treffen in dem schönen Cafe des Altenheims in den Freistunden organisieren. Außerdem sollte der Kontakt vielleicht auch von nachfolgenden Pädagogikkursen bei Interesse weitergeknüpft werden, sodass auf jeden Fall die Verbindung der Schule und des Altenheims in Zukunft aufrecht erhalten bleibt.
Zu Beginn unseres Projektes „Leben im Alter“ war ich persönlich wenig motiviert mich mit SeniorInnen auszutauschen und hätte es vermutlich vorgezogen, das Thema rein theoretisch zu behandeln. Ich war zwar auch neugierig, direkt auf ältere Menschen zu treffen, doch waren die Berührungsängste weitaus größer als meine Neugierde. Bisher hatte ich noch nicht derart ausführliche Gespräche mit dieser Generation geführt, ausgenommen mit meinen Großeltern, wobei sich die Frage stellt, ob sie mir je in der Weise von ihrem Leben erzählt haben, wie die Altersheimbewohner es taten. Auf der einen Seite hatte ich Angst davor, dass sich nur stockend ein Gespräch entwickelt, sodass viele peinliche stille Minuten entstehen könnten, auf der anderen Seite war die Angst, den SeniorInnen mit manchen Fragen eventuell zu nahe zu treten und somit zu weit in ihre Privatsphäre und Biografie vorzudringen.
All diese Erfahrungen mussten dann auch beim ersten Treffen gemacht werden. Bei unserer ersten großen Runde bemerkte man aber auch, dass es ihnen nicht anders ging, sodass wir Jüngeren auf der einen Seite des Raumes saßen und die Altersheimbewohner nebeneinander auf der anderen Seite Platz nahmen. Erst bei den einzelnen Gesprächsrunden in Kleingruppen, nachdem die ersten Berührungsängste überwunden waren, tauten alle Beteiligten langsam auf. Unsere Seniorin wollte gar nicht mehr aufhören zu erzählen und so erfuhren wir, wie sie den 2. Weltkrieg erlebt hat und ihr Leben danach weiterging, wie sie von Schlesien nach Lippe kam, eine Familie gründete und auch, weshalb sie jetzt im Altersheim lebt. Merkwürdig wurde es dann erst, als sie damit begann, alles mehrfach zu wiederholen und sie nicht wirklich in der Lage war, auf unsere Versuche, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken, einzugehen. Schließlich hörten wir ihr einfach nur noch zu, bis die Zeit in den Gruppen zu Ende war und wir Schüler praktisch erfahren sollten, was es bedeutete im Altersheim zu leben und möglicherweise auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein.
Uns wurden einer nach dem anderen die Augen verbunden und wir mussten sozusagen blind einer anderen Person vertrauen, die uns kreuz und quer durch den Raum schob. Ich hätte nie gedacht, dass es einem derart schnell vorkommen kann und dass man teilweise richtige Panik entwickelt. Außerdem gehörte zum praktischen Teil des Treffens noch, dass wir Schüler von den Senioren mit Joghurt gefüttert werden sollten. Das war eine doch sehr lustige Erfahrung, auch wenn einem dabei bewusst wird, dass man sich als älterer Mensch fast schon wieder wie ein Baby fühlen muss. Insgesamt empfand ich das erste Treffen als positiv und war danach auch erleichtert, dass alles sich als harmloser herausgestellt hatte, als erwartet.
Gut gefallen haben mir besonders die praktischen Dinge, wie Rollstuhl fahren, bei dem auch viele Senioren ihren Spaß hatten. ? Das zweite Treffen ähnelte dann wieder mehr einer Art Seminar oder Unterricht. Ich glaube, dass wir Jüngeren es weitaus leichter hatten, Herrn Hoischen zu folgen, da die meisten Älteren Probleme mit ihrem Gehör hatten und so kaum etwas mitbekamen. Auch die Arbeit in den Gruppen zum Thema „Motivation in der Jugend und im Alter“ stellte sich bei uns als sehr schwierig heraus. Unsere Seniorinnen kamen wieder sehr schnell vom eigentlichen Thema ab und erzählten uns aus ihrem Leben, wobei wir an diesem Tag mehr Erfolg mit dem Unterbrechen hatten und später sogar zu einem Ergebnis kamen. Trotzdem fand ich auch dieses Treffen interessant, obwohl der Vortrag von Herrn Hoischen wahrscheinlich besser für eine reguläre Unterrichtsstunde geeignet ist, da, wie gesagt, die SeniorInnen meiner Ansicht nach kaum davon profitieren konnten.
Am letzten Treffen im Altersheim konnte ich leider nicht teilnehmen, weil ich an dem Tag krank war. Meiner Meinung nach ist es schwer, eine geeignete Fortsetzung für das Projekt zu finden. Ich wüsste zum Beispiel nicht, worüber ich mich noch weiter mit den Senioren unterhalten könnte, wahrscheinlich auch, weil speziell die Senioren unserer Gruppe immer wieder das Gleiche erzählt haben und es schwer für uns war, auch mal andere Themen anzusprechen.
Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass so eine Idee wie Patenschaften zu bilden für diejenigen interessant sein könnte, die auch noch weiter von der Erfahrung der Altersheimbewohner profitieren wollen und umgekehrt. Wenn erst mal die Basis für ein wirkliches Vertrauen geschaffen worden ist, könnten sich ja vielleicht auch richtige Freundschaften entwickeln.
Ich bin auf jeden Fall dafür, das Projekt im Schulprogramm zu verankern, sodass die Barrieren zwischen der alten und jungen Generation kleiner werden und jede der Generationen immer mehr feststellt, wie viel man noch voneinander lernen kann. Speziell wie die SeniorInnen geschichtliche Ereignisse erlebt haben, hat mich sehr interessiert. Einen besseren Geschichtsunterricht kann man sich eigentlich kaum vorstellen, auch wenn es ‚nur’ subjektive Erfahrungen sind. Viele ältere Menschen haben ja auch ein sehr negatives Bild von der heutigen Jugend, sind der Meinung, dass früher Erziehung und Schule besser geregelt waren. Durch das Projekt können so viele Vorurteile abgebaut werden. Man hatte wirklich das Gefühl, dass die Senioren sich bei jedem Treffen mehr auf uns gefreut haben und auch traurig waren, wenn ein Treffen zu Ende ging.
Ich denke, sie haben sich am meisten darüber gefreut, dass ihnen jemand einfach mal zugehört und sich für ihr Leben interessiert hat. Schade fand ich zwischendurch nur, dass sie wiederum kaum gefragt haben, was unsere Pläne sind, beziehungsweise was wir bereits erlebt haben. Aber vielleicht wäre das eine Idee, dieses Projekt fortzusetzen, obwohl es sich als echte Herausforderung herausstellen könnte, die Senioren damit zu beauftragen, sich Fragen zu überlegen, die sie uns stellen könnten.
Marthe
Mona Halfpap
Das Projekt „Leben im Alter“ hat mir viele positive Erfahrungen gebracht, die mich auch zum Nachdenken über mein weiteres Leben gebracht haben. Dazu zählt im besonderen Maße das Kennenlernen einer mir bis dahin noch ziemlich fremden Welt. Das Gefühl von Fremdheit wurde jedoch schnell gelegt, denn durch Gespräche und Spiele kam man den älteren Menschen sehr schnell näher.
Die „Welt der Alten“ lernten wir bereits ab dem ersten Treffen kennen, da sie uns viel erzählten. Dazu kam der Vortrag von Herrn Hoischen, der uns einige Einblicke in die Verwaltung eines Altenheimes schuf. Auch wenn seine Ausführungen auf mich keinen großen Eindruck machten, so war es doch eine gute Erfahrung seine Denkweise kennen zu lernen. Er brachte uns beispielsweise nahe, dass man in die Welt eines Alzheimerkranken eintauchen müsse um mit ihm kommunizieren zu können. Dafür solle man sich zum Beispiel für unberechtigte Klagen entschuldigen und dem Kranken auf keinen Fall klarmachen, dass das, was er sagt, nicht stimmt. Denn so hole man „den Kunden“ aus seiner Welt und er könne nicht mehr glücklich werden. Diese Einstellung ist auf der einen Seite nachvollziehbar, doch auf der anderen klingt sie hart und gefühlskalt.
Eine interessante Erfahrung machten wir auch mit den Klischees, über die wir zuvor im Unterricht gesprochen hatten. Viele konnten nicht bestätigt werden, doch zum Beispiel ungefragte Berichte aus „der guten alten Zeit“ tauchten hier und da immer wieder auf. Das Projekt stellte unter anderem auch unsere sozialen Kompetenzen, über die sich doch allzu oft beklagt wird, unter Beweis. Man musste natürlich deutlich sprechen und viel Rücksicht auf bestimmte Bedürfnisse nehmen. Doch das fiel keinem von uns schwer. So kamen Verständnis, Hilfsbereitschaft und großes Engagement zum Vorschein.
Bei unserem letzten Treffen mit den Senioren konnte noch einmal ein Einblick in das Leben im Altenheim gegeben werden. Nicht nur ein Einblick in die Zimmer, sondern auch in die Freizeitangebote war sehr interessant. Dabei achtete ich besonders auf die Bewohner selbst. Denn sie spiegeln meiner Meinung nach, im Gegensatz zu denen, mit denen wir uns trafen, die „wahren“ Altenheimbewohner wieder. Viele, jedoch nicht alle, schienen mir in ihrer eigenen Welt zu leben und nicht mehr viel mit der Außenwelt in Kontakt zu kommen. Dies festzustellen erschrak mich. Dazu fällt mir folgendes Zitat ein: „Der einzige Traum, den es sich lohne zu träumen…, sei der Traum, dass man lebt, so lange man lebt, und erst stirbt, wenn man tot ist…“ (Arundhati Roy)
Abschließend kann ich sagen, dass dieses Projekt eine große Bereicherung war. Deshalb sollte es in den folgenden Jahren möglichst den anderen Kursen vorgestellt und empfohlen werden.
Minerva:
Für mich persönlich war das Projekt sehr hilfreich, denn ich habe gelernt offen auf ältere Menschen, und auch Menschen allgemein, ohne Angst zuzugehen und ihnen gegenüber hilfsbereit zu sein. Jedoch habe ich auch gelernt, dass diese Hilfe oftmals gar nicht nötig ist und Senioren gerne erst mal versuchen allein zurecht zu kommen. Da wir es hier mit erwachsenen Menschen und nicht mit kleinen Kindern zu tun haben, sollte man diesen Wunsch auch respektieren und sie nur bei aussichtslosen Situationen vorsichtig eines Besseren belehren. Zusätzlich wurde auch der Kontakt zu meinen eigenen Großeltern angeregt, da ich durch die eigene praxisnahe Erfahrung erfahren konnte, dass der Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollstühlen leichter ist als man es sich anfangs vorstellt.
In der Praxis erwies sich allgemein alles anders als man es sich vorstellte. So verliefen Gespräche meist etwa holprig, weil viele Senioren entweder sehr redselig oder sogar sehr stumm und schüchtern waren und man sie wirklich erst motivieren musste. Speziell zu diesem Thema hörten wir auch einen Vortrag von Herrn Hoischen, welcher jedoch eher in den Theorieunterricht gepasst hätten und die Geduld der älteren unter uns forderte.
Genau dieser Theorieunterricht war an vielen Stellen durchaus sinnvoll und nützlich in der Praxis. Ein Text über Demenz zum Beispiel gab Anregungen darüber, wie man mit erkrankten Leuten umgehen könnte. Rollenspiele und Theorien machten deutlich, welche Klischees in der Gesellschaft herrschen. Die besten Anregungen zum Umgang mit alten Menschen gaben uns aber die Fachleute selbst, da diese die nötige Erfahrung besaßen und uns gerne teil daran haben ließen. Offen blieben für mich während des Projekts Fragen über die Organisation und konkrete Möglichkeiten Senioren zum Beispiel auch finanziell den Eintritt ins Pflegeheim zu eröffnen. So konnten Angaben von den entsprechenden Fachleuten nur sehr vage gemacht werden, weil es sich dabei meist um sehr individuelle Fälle handelt, bei denen meiner Meinung nach Fallbeispiele nützlich gewesen wären.
Alles in allem zeigte sich, dass sich viele Dinge einfach noch nicht so umsetzen ließen, wie wir sie geplant hatten, weil wir immer neue Erfahrungen machten. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, solche Erfahrungen an die Stufe unter uns zu geben, damit diese davon profitieren und das Projekt fortsetzen können. Für eine solche Fortsetzung sprechen meiner Meinung nach die unterschiedlichsten Aspekte, die zu einem praxisbezogenen Projekt allgemein gehören, aber auch die individuelle Erfahrungen mit einzelnen Menschen, auf die wir trafen.
Eine Verbindlichkeit des Projektes fände ich sinnvoll, da auch unser Kurs am Anfang geschlossen gegen die Durchführung war und trotzdem jeder die gesammelten Erfahrungen nicht missen wollen würde. Eine offizielle Verankerung im Schulprogramm könnte jedoch gerade durch das neu eingeführte Zentralabitur schwierig werden, da dadurch Pflichtthemen mit einem engen Zeitrahmen vorgegeben sind. Möglich wäre dabei eine Reihe von kurzen Zusammenarbeiten mit dem Altenheim, wie es auch bei uns der Fall war, denn so würden auch Leute, die es sich im Umgang mit den Senioren schwer tun, nicht zu sehr überfordert.
anne-m.k.:
Was soll man sagen,was nicht schon längst gesagt ist?! Für mich persönlich war von Anfang an sehr hohes Interesse dabei. Mein Interesse war groß, denn das Leben in einem kleinen Dorf erfordert alte Menschen zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Ich bin nicht einer der Menschen, die Kontakt meiden ,aber bei unserem ersten Treffen mit den Senioren war mir doch etwas komisch. Man wusste nicht genau, was man machen sollte ,oder wie die ältern Menschen darauf reagieren. Zu unserem Nachteil waren es auch teilweise sehr erdrückende Momente der Ratlosigkeit, die einer indiskrten Frage folgten (was ja keiner wissen konnte). Es war nicht leicht, sich in die Situatione hineinzuleben , aber am Ende hat es sich gelohnt.
Die Atmosphäre wurde mit den Spielen und Unterhaltungen immer vertrauter. Das 2. Treffen sagte mir hingegen gar nicht zu, da es ein Monolog über Senioren war, die als Ware angeprangert wurden. Jedoch teilweise war es sehr interessant, da man sehen konnte, dass ältere Menschen sich nicht zu Kindern zurück entwickeln, sondern Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind. Die älteren Leute hatten von diesem Treffen nicht gar so viel, denn durch ihre körperlichen Einschränkungen konnten sie dem Vortrag kaum folgen. Was ich sehr schade fand.
Das 3. Treffen jedoch hat mich vollkommen überwältigt. Ich bin mit einem der schlimmsten Vorurteile in ein Altersheim gegangen , das man nur haben kann (Gestank, alles steril, Auffangschleuse bis zum Tod etc.).Wurde aber zum Glück enttäucht. Diese Einrichtung war so liebevoll gestaltet und jedes Zimmer hatte eine persönliche Note. Die Flure waren hell und reichlich dekoriert, ebenso die Cafeteria und der Aufenthaltsbereich. Den Senioren werden Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung angeboten, die selbst ich in Anspruch nehmen würde(Snuselraum). Die Senioren waren genauso nett und redebegierig wie die letzten Male.
Alles in allem hat mir dieses Projetk sehr viel Spaß und Erfahrungen gebracht, die ich nicht missen will. Ich kann nun zwar nicht behaupten, ich könne mir jetzt besser vorstellen, wie es ist, alt zu sein, aber ich kann sagen, dass ich nun nicht mehr so verschlossen alten Menschen gegenüber bin. Die Verbindung mit dem Unterrichtt war teilweise etwas holperig. Man konnte ja nur über seine eigenen Wahrnehmung der Senioren reden und über deren Werdegang ins Alter philosophieren. Man konnte die Thesen von von den Stufen des Alterungsprozesses zwar sehen, jedoch nicht sagen, warum es so gekommen ist. Praxisbezüge der Thesen waren jedoch nur bei dem Verhalten gegenüber Dementen da. Mit Hilfe dieser Verhaltenserklärung war der Umgang leichter. Es ist theoretisch immer alles leichter, als es in Wirklichkeit ist.
Im Großen und Ganzen bin ich für eine Verankerung im Unterricht, da das Verhältnis zu den Älteren gestärkt werden sollte. Denn die Anzahl der Senioren steigt. Außerdem ist es gut zur Schulung des Sozialen-Miteinanders. Die Senioren bekommen einen Einblick in unsere Welt und wir in ihre. Wir könnten sie durch Präsentationen unserer Erfahrungen an das Thema heranführen. Jedoch muss das Interesse da sein und nicht als Last empfunden werden. Man könnte eine Art Patenschaft zum Altersheim Blomberg aufbauen. Das Projekt müsste jedoch in den Rahmen der neuen Abiturbedingungen passen. Da es sehr zeitintensiv ist, könnte es schwer werden.
Im Großen und Ganzen waren die Treffen eine tolle Möglichkeit, um mehr über das Leben älterer Menschen zu erfahren. Auch wenn wir am Anfang noch etwas skeptisch waren, taute die Stimmung doch bald auf und wir konnten uns gut mit den älteren Menschen unterhalten.
Dabei lernten wir eine Menge über die Probleme, die das Alter mit sich bringt, zum Beispiel, dass man schlechter sieht und hört. Besonders die Gespräche mit den älteren Leuten und der Besuch des Altersheims waren sehr informativ, da man hierbei einfach am meisten über das Leben der Senioren erfahren kann.
Im Nachhinein ist es schön zu sehen, dass sich unsere zu Beginn skeptische und vielleicht auch etwas negative Einstellung zu den Treffen, die daher rührte, dass wir nicht wussten, was uns erwarten würde, sich schon bald ins Positive veränderte. Da wir zu Beginn des Projektes im Unterricht alle möglichen Klischees über alte Leute durchgesprochen hatten, konnten wir diese nun auch mit den wahren Erfahrungen vergleichen, wodurch sich auch ein Bezug zum Unterricht herstellen ließ.
Es wäre wirklich schade, wenn das Projekt nach dem Ende des letzten Treffens vergessen würde, da es wohl sowohl für uns als auch für die Senioren eine angenehme und interessante Erfahrung war. Es wäre schön, wenn sich eine Möglichkeit finden ließe, das Projekt weiterzuführen, obwohl dies sicherlich schwer wird. Schließlich müssen wir uns auf unser Abitur vorbereiten und sind danach ja nicht mehr an der Schule. Und auch für die Stufen nach uns wird so ein Projekt durch das Zentralabitur schwer durchführbar sein.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man es versuchen sollte. Vielleicht, indem man die Treffen mit den älteren Leuten als eine Art AG am Nachmittag anbietet. So wäre immerhin für die Schüler, die daran interessiert sind, die Möglichkeit da, auch einmal etwas über das Leben der Senioren zu erfahren. Sicherlich wäre auch ein solches Projekt für alle Schüler sinnvoll, damit sich eventuell das Verhältnis der Jugend zum Alter verbessert, aber ein solches Projekt oder eine Verankerung dieses Themas generell im Unterricht ist wohl nicht möglich.
Sabrina Soboszcyk
Schmu:
Meine persönlichen Eindrücke zu unserem Projekt „Leben im Alter“ sind größtenteils sehr positiv. Selbst negativ behaftete Komponenten, wie z.B. begreifen zu müssen, dass der selbstständigste Mensch im Alter oft zerstreut wirkt und in gewissen Situationen Hilfe bedarf, stimmten mich nicht traurig, sondern weckten mein Interesse, zu erfahren, was getan wird, um diesen Senioren ein angenehmes und angemessenes Leben zu garantieren.
Am meisten hat es mich motiviert zu sehen, wie anfangs „verbitterte Alte“ aufblühen, wenn man ihnen Gehör schenkt und bewusst auf sie zugeht. Trotz oder gerade wegen einem „gesunden“ Respekt voreinander hatten wir bei unseren insgesamt drei Treffen viel Spaß miteinander und aneinander. Ebenfalls war es bestärkend zu erfahren, wie leicht der Umgang mit Senioren ist. (Auch wenn einige Senioren viele Sachen dreimal erzählt haben, was sehr anstrengend sein kann!). „Leicht“ deshalb, weil einige Vorurteile bzw. persönliche Ängste nicht bestätigt wurden. Zum Beispiel war da dieselbe Angst wie im Umgang mit Säuglingen: Sie „kaputt“ zu machen, wenn man sie anfasst. Dies liegt meiner Meinung nach an dem fehlenden Umgang mit diesen Generationen, da Familien heute oft nicht mehr der Verband der verschiedenen Generationen sind, der sie früher einmal waren.
Ich denke, dass gerade dieses Beispiel ein Grund dafür sein sollte, das Projekt „Leben im Alter“ in nachfolgenden Jahrgangsstufen weiter zu führen. Ebenfalls denke ich, dass über das Stattfinden des Projekts in den einzelnen Jahrgängen nicht abgestimmt werden sollte. Es sollte verpflichtend im Lehrplan untergebracht sein, da dieses Projekt auch bei uns nicht zustande gekommen wäre, wenn Frau Dräger nicht für uns entschieden hätte.
Die Unterbringung im Lehrplan könnte sich mit dem kommenden Zentralabitur jedoch schwierig gestalten. Eine Vertiefung des Themas „Alter“ im Pädagogikunterricht halte ich jedoch für sehr sinnvoll, da wir über Jugendliche mit Drogenproblemen (Alternative zu Projekt) meiner Meinung nach genug erfahren haben. Außerdem werden die Menschen in unserer Gesellschaft immer älter und wir müssen lernen mit ihnen „aktiv“ zu leben und sie nicht in dieser leistungsorientierten Gesellschaft „untergehen“ zu lassen.
Abschließend möchte ich erwähnen, dass auch der Theorieunterricht sehr aufschlussreich war, auch wenn er wie in einem Fall nur dazu diente, zu verdeutlichen, dass Theorie und Praxis oft nicht übereinstimmen. Die mit Mühe erstellten Gesprächsleitfäden erwiesen sich als „nicht hilfreich“. Ein Text über alte Menschen in anderen Kulturen (Indianer) verdeutlichte, welchen niedrigen Stellenwert Senioren in unserer Gesellschaft einnehmen. Dies ist ein Fehler!
Das Projekt hat mir nicht die Angst vorm Altwerden genommen, sondern sie erst entstehen lassen, da ich zuvor über dieses Thema nicht nachgedacht habe. Dies würde ich allerdings nicht als negativen Effekt bewerten, weil somit eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik gefördert wird, bevor ich von der Gesellschaft als alt und nicht mehr leistungsfähig „abgestempelt“ werde.
Die drei Treffen mit den Menschen aus dem Altenheim waren zu Anfang sicherlich sehr angespannt - von beiden Seiten aus. Keiner wusste wirklich, was ihn erwarten sollte. Nach kurzem Kennenlernen und Aufteilen in kleine Gruppen wurde die Stimmung jedoch lockerer – weniger angespannt. Auch kleine Spiele zwischendurch trugen dazu bei, die Stimmung aufzulockern und sorgten für Gesprächsstoff. In den Gesprächen der Gruppen ging es aber teilweise auch um sehr intime Themen und man konnte förmlich sehen, wie die Betroffenen noch in das Erzählte involviert sind.
Meiner Meinung nach war die anfängliche Anspannung vollkommen normal. Ich meine, es bestand zwar auf beiden Seiten großes Interesse, aber man wusste doch nicht so recht, wie man mit dieser neuen Situation umgehen sollte. Doch ich denke auch das Interesse hat sehr viel dazu beigetragen, sich so schnell näher zu kommen und über sehr persönliche Dinge zu sprechen. Trotzdem wusste ich zeitweise nicht, wie ich mit der alten Dame aus unserer Gruppe umgehen sollte, da sie bei bestimmten Themen noch sehr emotional ergriffen war. Jedoch schätze ich, dass diese Unsicherheit viele Leute in dem Raum hatten. Daher war es auch sehr positiv die Gespräche in kleinen Gruppen zu halten – das nahm ein Stück der Unsicherheit.
Die Theorie, in der wir auch schon über einige Vorurteile gesprochen haben, hat sicherlich auch in den letzten Skeptikern Interesse geweckt. Ich denke, gerade bei den Vorurteilen werden viele Menschen neugierig – stimmt’s oder stimmt’s nicht… Daher fand ich die Verbindung von Theorie und Praxis sehr gelungen. Natürlich ist Theorie immer ein bisschen öde, aber zur Entschädigung hatten wir dann ja auch die Möglichkeit, das „mystische Objekt alter Mensch“ selbst kennen zu lernen und unsere Vorurteile selbst zu überprüfen.
Das Projekt könnte man auch fortsetzten, indem man vielleicht weitere Treffen organisiert oder auch eine Ausstellung macht, mit allen Fotos, die gemacht worden sind und vielleicht einer kleinen Vorführung, in der wir unsere Erfahrungen schildern können. Alle Interessenten könnten sich hier über das Thema informieren und hätten gleichzeitig noch ein wenig Vergnügen daran, was sicherlich noch mehr Interesse an dem Thema wecken würde. Eine Verankerung im Schulprogramm halte ich für sinnvoll, da junge Menschen noch viel zu wenig über das Leben im Alter wissen. Aber das Thema kommt irgendwann einmal auf jeden zu und da sollte vielleicht jeder vorher schon wissen, wie sich der „Lebensabend“ so ungefähr äußert. Es wird jedoch schwierig, das Thema mit einzubinden, da das Abitur nun um ein Jahr verkürzt wird.
Mein Vorschlag wäre, die Schüler selbst entscheiden zu lassen, was ihnen wichtiger ist und wo ihre Interessen liegen. Man sollte ihnen noch mindestens ein Thema zur Auswahl stellen und ihnen dann die freie Wahl lassen. Außerdem muss das Thema ja auch nicht in einem so großen Rahmen, wie unserem, bearbeitet werden – was allerdings sicherlich besser, informativer und vor allem interessanter wäre.
Sonja Buder
Also, im großen und ganzen kann ich mich nur anschließen, was die anderen schon erwähnt haben! Auch ich hatte am Anfang Bedenken, wie es sein wird die Seniorinnen zu treffen, weil man nicht genau wusste, wie man sich ihnen gegenüber verhält. Ich denke, diese Hemmungen hat man, weil man im Generellen eben keinen Kontakt zu älteren Personen hat, außer zu den Großeltern, also Familienmitgliedern. Wenn man dann auf ältere Menschen und Fremde zugleich trifft, muss man natürlich erstmal ein Barriere überwinden. Aber ich denke, das ist uns allen ganz gut gelungen!
Gleich beim ersten Mal hatten wir viel Spaß und keine Probleme, uns mit den Seniorinnen zu unterhalten, auch wenn weiterhin die Angst bestand, mit irgendwelchen Fragen den Seniorinnen zu nahe zu treten. Beim ersten Treffen fand ich es sehr gut, dass wir die Chance hatten zu erfahren, wie man sich evtl. im Alter fühlt, wenn man auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist! Dies wurd sehr deutlich gezeigt mit dem Joghurt-Essen, aber auch durch das Fahren mit dem Rollstuhl. Hier hat man gemerkt, dass es wichtig ist, dass man der Person im Rollstuhl sagt, was man tut, damit die sich nicht erschrickt, wenn mann zum Beispiel plötzlich bremst oder den Rollstuhl kippt.
Auch bei den anderen Treffen habe ich eigentlich nichts zu ergänzen, was nicht schon gesagt wurde. Ich fand den Vortrag von Hernn Hoischen interessant, aber eher für eine Unterrichtsstunde. Es war schon schwer und vielleicht auch langweilig für die Seniorinnen. Das letzte Treffen hat mir auch gut gefallen, weil einem dort gezeigt wurde, wie das Altersheim in Blomberg so aufgebaut ist und es hat vielleicht auch einige Vorurteile widerlegt. Auch hier kann ich den anderen eigentlich nur zustimmen.
Ich denke, es wird schwierig, das Projekt in unserem Kurs weiterzuführen, aber vielleicht könnte man es wirklich für die nächsten 12. Stufen weiter bestehen lassen. Ich denke, es ist auch für andere Jugendliche interessant und wichtig sich mal mit Seniorinnen zu befassen und die Hemmungen, die man hat, abzubauen. Ich fand allerdings, dass man evtl. im Unterricht besser darauf vorbereitet werden könnte, indem man vielleicht mehr über Probleme der Seniorinnen spricht und auch darüber, wie wir uns am besten zu verhalten haben. Wir haben nur darüber gesprochen, wie man mit Demenzkranken umgeht, aber nicht direkt, ob es bei normalen Seniorinnen vielleicht auch irgendetwas gibt, worauf man achten sollte.
Abschließend möchte ich nochmal wiederholen, dass es mir Spaß gemacht hat und auf jeden Fall eine gute Erfahrung war, die es wert war, auch mal einen Nachmittag zu "opfern".
Riekje
Das Treffen mit den älteren Menschen hat uns alle sicherlich sehr beeindruckt und auch irgendwie überrascht. Ich fand zum Beispiel, dass das Altersheim in Blomberg viel heller und "jünger" gestaltet war, als ich es erwartet hatte. Einige von den alten Damen (es waren ja überwiegend Frauen) waren beeindruckend in ihrer Art und andere auch einfach zum Gernhaben. Die Angst vor dem Alter bzw. die Angst, Menschen anderen Alters gegenüber zu treten, ist mit Sicherheit kleiner geworden und vielleicht ja auch die Angst der Alten, uns Jungen gegenüber zu stehen. Jetzt ist ja die Frage gestellt, wie wir anderen Schülern unsere positiven Erfahrungen vermitteln könnten.
Ich denke, bei jedem ist zuerst einmal eine gewisse Grundskepsis zu erwarten, der an diesem Projekt teilnehmen soll. Das war bei uns auch so, wir waren zwar interessiert, hatten aber auch Hemmungen und Bedenken. Kritiklos sollen die anderen ja auch nicht in dieses Projekt eingeführt werden. Ich denke, es wäre schön, wenn sie die Möglichkeit hätten, von uns zu erfahren, was auf sie zukäme.
Auf jeden Fall aber, finde ich, sollte das Projekt auch in anderen Stufen und Kursen fortgeführt werden. Wir könnten das Bildmaterial benutzen, um unsere Erfahrungen zu schildern und den ganzen Vorgang ein wenig zu erläutern. Der Unterrícht sollte aber außerdem auf die kommenden Ereignisse vorbereiten, wie es bei uns der Fall war. Rollenspiele und das Wissen über verschiedene Alternsprozesse und Möglichkeiten, mit den Konsequenzen des Alters zu leben, sind wichtig zu erfahren und auch hilfreich für das Verständnis für einige Alte. Vielleicht hilft es auch zu sehen, dass man auch im Alter eine Perspektive haben kann. Da ist es dann ermutigend, Menschen wie Frau Bachmann oder Frau Schubert kennenzulernen, die trotz körperlicher Schwierigkeiten den Mut nicht verlieren.
Meiner Meinung nach sollte dieses Projekt also an unserer Schule weiterhin durchgeführt werden. Das kann natürlich aussehen wie bei uns mit einigen Treffen, es kann aber auch langwieriger sein. Die Schule könnte so eine Art Partnerschaft mit dem Altenheim in Blomberg eingehen. Das sähe vielleicht so aus, dass kleine Grüppchen von Schülern mal ein paar Stunden im Altersheim verbringen und dort den Alten Zeitung vorlesen oder mit ihnen spielen oder ihnen auf dem Klavier vorspielen. Man könnte ja feste Zeiten einrichten, die mit dem Unterrichtsplan vereinbar wären. Allerdings sollte zu Beginn die Möglichkeit des Kennenlernens gegeben sein, wie bei uns. Ein Besuch der Alten in der Schule und ein Gegenbesuch im Altersheim sind da meiner Meinung nach schon wichtig. Besonders der Besuch im Altersheim, den ich als lockerer empfand als die Besuche in der Schule, ist wichtig. Außerdem war es sehr interessant die Einrichtung genauer kennenzulernen.
Wie das mit der Fortsetzung im eigenen Kurs aussieht, weiß ich nicht. Vielleicht sollte das Projekt von nun an in 11-er Kursen gestartet werden, da diese dann mehr Zeit haben um voll in das Projekt einzusteigen, während bei 12ern bald das Abi vor der Tür steht, zumal wir das Projekt ja auch zum Ende des Schuljahres gestartet haben. Im Grunde genommen wäre ich aber auch nicht abgeneigt , mich ein weiteres Mal mit den alten Menschen zu treffen.
Gesa Süthoff
Bis auf erste Kontaktängste war das Treffen auf die Senioren doch sehr angenehm. Durch Spiele wurde die Atmosphäre gelockert, sodass es möglich war, besser ins Gespräch zu kommen. Zwar beinhaltete dieses auch ein paar Schwierigkeiten, wie z.B. dass bei den Seniorinnen Erinnerungen hochkamen, als sie von früheren Erlebnissen aus ihren Leben erzählten und somit sehr sentimental wurden, oder aber dass sie sich immer wiederholten, weil sie einfach nicht mehr wussten, dass sie dieselbe Geschichte schon einmal erzählt hatten. Aber auch durch diese Schwierigkeiten kann man positive Schlüsse ziehen: So lernte man mit ihnen umzugehen, sich individuell auf sie einzustellen und auch auf sie einzugehen.
Das 2. Treffen war nicht so gelungen, da wir uns einen langen Vortrag anhören mussten, der auf die Senioren nicht gut abgestimmt war. Sie konnten, so schnell wie gesprochen wurde, kaum etwas verstehen und auch mit dem Sehen von Folien gab es Probleme bei ihnen. Dieser Vortrag hätte sich eher für eine Schulstunde geeignet.
Das 3. Treffen war sehr schön, wir hatten die Gelegenheit einen Blick in das Altersheim zu werfen und waren alle sehr positiv überrascht, wie liebevoll es doch eingerichtet war. Das Abschieds-Eisessen mit den Senioren an einem Tisch war ein schöner Abschluss.
Im Allgemeinen muss ich aber sagen, dass man das Projekt über eine längere Zeit hätte führen müssen. Drei Treffen bzw. eher zwei, weil man bei dem zweiten Treffen kaum etwas mit den Senioren gemacht hat, waren eindeutig zu wenig. Es gab zwar einen Anstoß, den Umgang mit alten Leuten nicht zu scheuen, aber man konnte noch nicht so locker mit ihnen umgehen wie z.B. die Zivis, dazu hätte es auf jeden Fall noch mehr Treffen erfordert.
In der Zukunft wäre es meiner Meinung nach sehr sinnvoll dieses Projekt weiterzuführen, wir haben einen guten Grundstein gelegt und ich fände es schön, wenn nachfolgende Stufen darauf aufbauen und die wenigen Fehler, die uns bei der Projektplanung unterlaufen sind, versuchen zu verhindern, um ein bestmögliches "Leben im Alter - Projekt" daraus zu machen, da es nicht nur für die Jugend spannend ist, ein anderes Altersumfeld kennenzulernen, sondern so auch bei den Senioren Abwechslung in den Alltag kommt.
Lena B.
Am Anfang stand ich unserem Projekt „Leben im Alter“ mit gemischten Gefühlen gegenüber. Zum Einen freute ich mich darauf mich mit den Senioren zu unterhalten, ihnen zu zuhören und so mehr über sie zu erfahren. Vor allem aber auch, weil sie in einer anderen Gesellschaft aufgewachsen sind und dadurch das Leben mit ganz anderen Augen sehen als wir. Zum Anderen hatte ich, wie die meisten anderen auch, etwas Angst vor diesem Projekt, denn es war etwas Neues und mich wusste nicht so genau, wie ich mich den Senioren gegenüber verhalten und ein Gespräch mit ihnen aufbauen sollte. Natürlich haben die meisten von uns Erfahrung und Kontakt zu älteren Menschen durch unsere Großeltern, aber diese sind einem vertraut und bei unserem Projekt sind wir auf völlig fremde Menschen gestoßen. Wir hatten keine Ahnung, wie die Senioren auf uns und unseren vorbereiteten Fragen reagieren würden und ob sie überhaupt so offen sein würden, dass sie uns diese alle beantworten würden.
Bei dem ersten Treffen bemerkte man allerdings sofort, dass diese Ängste nicht nur auf unserer Seite vorhanden waren, sondern sich die Seniorinnen wahrscheinliche ähnliche Gedanken gemacht hatten wie wir. Bei den einzelnen Gesprächen in kleineren Gruppen mit jeweils ein bis zwei Seniorinnen waren jedoch alle Beteiligte sehr aufgeschlossen und von den vorigen Ängsten und Sorgen war nichts mehr zu merken. Das Gespräch mit unserer Seniorin hat mir sehr gefallen, denn es war interessant und aufschlussreich, was wohl daran lag, dass wir eine sehr nette, offene, humorvolle und trotz ihres Alters immer noch fitte Dame über alles und jeden positiv redete. Durch ihre Art mit dem Älter werden umzugehen, hat sie mir persönlich geholfen meine Ängste in dieser Hinsicht zu mildern. Schließlich wurden dann noch durch witzige Spiele wie zum Beispiel das Fahren mit Rollstühlen oder das gegenseitige Füttern auch die allerletzten Berührungsängste bei Seite geschafft. Am Ende des Nachmittags waren sowohl wir als auch die Seniorinnen von diesem Treffen positiv überrascht und alle freuten sich schon auf ein baldiges Wiedersehen.
Leider war es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich an weiteren Treffen teil zu nehmen, was ich sehr schade fand. Doch durch meine Mitschüler habe ich erfahren, dass auch die beiden anderen Treffen ein voller Erfolg waren.
Meiner Meinung nach sollte dieses Projekt von nachfolgenden Pädagogikkursen fortgeführt werden, da es eigentlich für jeden eine interessante und neue Erfahrung ist.
Katharina Fasse
Zu Beginn des Projekts „Leben im Alter“ stand ich diesem Thema sehr skeptisch gegenüber. Es bestanden sowohl bei mir als auch bei den meisten anderen die Ängste, dass wir nicht wussten, wie die älteren Leute auf uns reagieren würden und wie wir eigentlich mit ihnen in Kontakte treten sollten. Die ersten Kontakte sind ja in der Regel ein allgemeines Problem, aber bei diesem großen Altersunterschied ein noch größeres.
In den vorhergehenden Schulstunden hatten wir uns alle eine Strategie ausgedacht, wie wir uns den älteren Menschen nähern können ohne aufdringlich oder uninteressant zu wirken. Wir waren davon überzeugt, dass sich dieses, auch durch die längere Vorbereitungsphase, gut durchführen lassen würde. Doch dann kam das erste Treffen,... Nicht nur wir waren ängstlich und zurückhaltend, sondern auch die Seniorinnen. Sie wussten nicht einmal genau, was an diesem Tag auf sie zukommen würde. Man hatte ihnen nur mitgeteilt, dass sie einen Ausflug machen, sie dann ins Auto gesetzt und zur Schule gebracht.
Als wir dann zu Beginn in einer großen Runde zusammen saßen, wurde schnell klar, dass Hör- und Sehschwierigkeiten eine weitaus größere Hürde ausmachten, als vorher gedacht. Als wir dann aber in kleinen Gruppen zusammen kamen, lockerte sich die ganze Atmosphäre schnell auf. Wir kamen ins Gespräch und so lernte man sich gegenseitig relativ gut kennen. Meine Gruppe hatte dazu das Glück, eine ältere Dame zu haben, die mit allem sehr zufrieden war und nichts auszusetzen hatte. Durch die abwechslungsreichen Spiele, wie das Fahren im Rollstuhl mit verbundenen Augen oder das “Gefüttert werden“ von den Seniorinnen, brachte einen großen Spaßfaktor in die ganze Sache herein. Die anfängliche Schüchternheit schien verflogen zu sein. Und so ging dann auch ein schöner Nachmittag schnell zu Ende, da man kaum mitbekam, wie die Zeit verging. Ich hätte sehr gerne an weiteren Treffen teilgenommen, doch war mir dies aus diversen Gründen leider nicht möglich.
Zum Abschluss kann ich nur raten, dieses Projekt unbedingt weiter zu führen. Es ist ein großer Erfahrungswert, den wir da alle gemacht haben. Ich denke, wir stehen den älteren Menschen und dem Älterwerden nicht mehr so kritisch gegenüber wie zuvor. Insgesamt war es eine sehr gute Idee, die allerdings in manchen Sachen, wie genauere Planung der Nachmittage (Stellung der Tische, Begrüßung, Aufklärung der Seniorinnen, etc.), noch einmal überdacht werden muss. Alles in allem war es eine sehr interessante Erfahrung, die ich nie mehr im Leben missen möchte, da dies meine Ansichten durchaus verändert hat.
Ricarda Schwenke
Alles in allem waren meine Erfahrungen innerhalb unseres Projektes „ Leben im Alter“ sehr positiv. Obwohl der Umgang mit fremden ältern Menschen eher etwas neues für mich war, konnte ich offen auf die Senioren zugehen. Das erste Treffen ist trotz vieler Bedenken im Vorfeld sehr erfolgreich und mit viel Spaß abgelaufen. Die Atmosphäre war recht locker und es kamen gute Gespräche zustande. Natürlich gab es auch unangenehme Situationen, wenn jemand von pesönlichen Schiksalsschlägen oder von der schweren Zeit damals sprach. Doch auch damit konnte man nach einer Zeit ganz gut ungehen. Es war auch manchmal schwer die teilweise verwirrten Menschen als mündige Erwachsene zu sehen und manchmal bot man seine Hilfe an, obwohl die Person noch ganz gut alleine zurecht kam. Aber die Senioren waren stets freundlich. Wir konnten uns bei den Treffen auch mit dem Umgang von Rollstühlen vertraut machen.
Weiterhin haben wir in den drei Treffen viel über die Arbeit im Altenheim erfahren und konnten uns z.B. mit Pflegern unterhalten. Da wir beim letzten Treffen das Altenheim besuchten, hatten wir einen Einblick in den Alltag der Menschen dort. Ich persönlich war von der angenehmen Atmosphäre und dem offenen Umgang mit dem Tod überrascht.
Obwohl die Treffen insgesamt gut abgelaufen sind, war es schwer, die im Vorfeld ausgearbeiteten Überlegungen anzuwenden. Die Fragen, die wir in einem Gespräch verwenden wollten, waren zum Teil nicht angebracht. Trotzdem fanden wir heraus, dass die Theorien, die wir vorher behandelten, wiederzufinden waren, wenn auch nicht verallgemeinerbar. Ein negativer Aspekt ist allerdings noch erwähnenswert.
Bei unserem zweiten Treffen hörten wir einen theoretischen Vortrag. Wir schauten uns zu Beginn ein Bild an und sollten sagen, was wir davon denken. Auch die Senioren sollten ihre Meinung äußern, was sich allerdings als schwierig erwies, da die meisten es gar nicht erkennen konnten. Auch die Schwerhörigkeit einigen alten Damen stellte häufig ein Problem dar.
Es ist ein sehr zeitintensives Projekt und es gab viel Murren über die Freizeitopferung. Auch der enger werdende Zeitplan, mit dem die Lehrer zu kämpfen haben, könnte Porbleme machen. Trotzdem halte ich es für sinnvoll, dieses Projekt in dem Pädagogikunterricht zu verankern, da es interessante Erfahrungen mit sich bringt und eine Alternative zu den normalen Themen (Kindererziehung und Umgang mit Jugendlichen) darstellt. Es ist vielleich auch eine weitere Berufsalternative im Bereich Pädagogik für einige, über die sie sich noch keine Gedanken gemacht haben. Den Senioren im Altenheim wird so der Umgang mit jungen Memschen ermöglicht, was pädagogisch meiner Meinung nach sehr sinnvoll ist. Denn wir sollten den Senioren unserer Gesellschaft mehr Achtung und Respekt entgegenbringen...
Lisa Tünnermann
Eigene Eindrücke zum Treffen:
Also mir persönlich hat das Projekt sehr gefallen. Ich fand es sehr interessant, mal die Möglichkeit zu bekommen, die Welt aus anderen Augen zu sehen und das Projekt hat mir dieses ermöglicht! Außerdem hat mir der Tag im Altersheim selbst sehr gut gefallen, vor allem der `Snuselraum´ und die verschieden Tastscheiben an den Wänden haben mich sehr beeindruckt. Ich hätte mir das Altersheim an sich ach niemals so schön vorgestellt!!! Ich bin also vollkommen positiv überrascht!
Die Kommunikation mit den älteren Damen hat mir zum Teil auch gut gefallen, doch war es teilweise recht anstrengend, da die Damen unter leichter Altersdemenz litten und uns somit beim zweiten Treffen so ziemlich das gleiche erzählt haben wie zuvor. Allerdings war andererseits schon interessant zu hören, wie die Lebensumstände zu der damaligen Zeit waren und was sie alles erlebt haben! Es ist erstaunlich, was sich alles im Laufe der eigentlich gar nicht so langen Zeit geändert hat.
Verbindung von Theorie und Praxis:
Die Verbindung von Theorie und Praxis ist auch gut gelungen, denn wir haben zumindestens immer einen kleinen Teil von dem umgesetzt, was wir uns in den Vorbereitungsstunden vorgenommen hatten. Mir hat auch gefallen, dass wir uns vorher Gedanken zu dem Ablauf der Treffen gemacht haben. So haben wir uns zum Beispiel überlegt, was für Fragen wir stellen könnten, um ein gutes Gespräch zu entwickeln und das Klima aufzulockern.
Möglichkeiten zur Fortsetzung des Projekts:
Ich denke, das Projekt in dieser Art und Weise kann man so nicht weiterführen, weil es schwierig sein wird immer wieder neue Schüler für das Projekt zu gewinnen beziehungsweise das Projekt interessant zu halten. Denn im Prinzip müssten die neuen Schüler ja auch immer wieder eine neue Eingewöhnungsphase haben, um sich an die älteren Herrschaften zu gewöhnen und andersherum sehe ich da auch ein Problem. Ich denke, dass es schwierig für die Bewohner des Altersheims ist, sich immer neu auf andere junge Leute einzustellen. So ein Projekt geht ja immer nur über einen gewissen Zeitraum und danach verliert man sich aus den Augen!
Wenn es weitergehen sollte, dann müsste dies auf freiwilliger Basis geschehen. Die alten Damen und Herren sollten genau wissen, was auf sie zukommt. ( was in unserem Fall ja nicht immer der Fall gewesen ist ) Eine Möglichkeit wäre es, das Projekt schon in der Elf zu starten, denn dann hätten die Schüler mehr Zeit und es könnte sich ein Langzeitprojekt entwickeln. So könnte das Projekt noch deutlich vertieft und ausgeweitet werden.
Mögliche Verankerung im Schulprogramm:
Man könnte es eigentlich nur im Pädagogikunterricht verankern, denn in andere Fächer passt es nicht so wirklich rein. ( Außer vielleicht Sozialwissenschaften ) Dann müsste man ein Projekt zu dem Thema `Leben im Alter´ fest in den Lehrplan aufnehmen. Es sollte den Erschaffern des Lehrplans deutlich gemacht werden, wie wichtig es für die Jugend ist, über dieses Thema Bescheid zu wissen! Da wir auch auf die Fragen beziehungsweise die Angst vor dem Alter eingegangen sind, hat es mir persönlich zum Beispiel sehr geholfen!!! Und ich denke auch, dass es wichtig für alle Schüler wäre. Außerdem ist es sehr interessant zu erfahren, wie das Leben im Altersheim tatsächlich ist!
Svenja N.
Gegen allen Erwartungen empfand ich das Projekt als vollen Erfolg! Zuerst waren wohl alle – Schüler/innen wie auch Senioren/Seniorinnen – gespannt, aber auch unsicher zugleich. Keiner wusste, was ihm bei den nächsten drei Treffen erwarten würde. Zwar wurden wir im Pädagogikunterricht sehr gut auf die Treffen vorbereitet, indem wir uns mit diversen Theorien auseinandersetzten und uns, in Gruppen aufgeteilt, individuell das erste Treffen ausmalten und nach diesen Vorstellungen Spiele und Fragen überlegten.
Jedoch kommt in der Praxis alles anders, als man denkt! War die erste Kontaktscheue überwunden und mit den ersten Senioren und Seniorinnen gesprochen, stand auch schon bald fest, dass wir mit unsren ausgedachten Fragen nicht viel weiter kamen, da die Senioren sehr gerne von sich, ihrem Leben im Altersheim aber auch ihrer Jugend erzählten und sich darüber ein viel lockeres Gespräch aufbauen ließ. Neben der Unterhaltung fand ich die Auflockerung mit dem im Rollstuhl gefahren werden sehr gelungen, da wir als Schüler die Hilfsbedürftigkeit der Senioren selbst erfahren konnten und wie es ist, einen andren Menschen von einem Moment auf den andren volles Vertrauen schenken zu müssen.
Beim zweiten Treffen waren viele bekannte Gesichter unter den Senioren, was jedoch zu einer anderen Gesprächsgruppenaufteilung führte, so dass eine Gesprächswiederholung vermieden werden konnte. Durch Herrn Hoischen lernten wir viel Theorie zu dem Thema „Motivation“ kennen, was aber sowohl bei Alt als auch bei Jung nicht sehr gut ankam, da die Verständigung sowohl in den kleinen als auch in den großen Diskussionsgruppen nicht sehr gut war und das Thema mit den Senioren nur schwer bearbeitet werden konnte. Schließlich wurde auch nur ein geringer Teil des Gesamtvortrages von den Senioren verstanden, was für ein gemeinsames Projekt zwischen Jung und Alt, das auch ein gemeinsames Ergebnis haben sollte, sehr enttäuschend war.
Jedoch war das dritte Treffen ein richtig gelungenes Treffen, das mitunter am besten bei allen Beteiligten ankam. Zuerst wurden alle Beteiligten durch das gesamte Altersheim geführt, wobei u.a. der Snuzelraum am beliebtesten war. Insgesamt war die gesamte Einrichtung wohl positiv überraschend für alle, da wohl vorher bei allen ein Bild von einem unlebendigen und nicht liebevoll eingerichteten Haus im Kopf war. Dies wurde jedoch total widerlegt und selbst die herzliche Atmosphäre widerlegte jedes negative Vorurteil. Schließlich waren wir alle begeistert von diesem Wohnsitz für Senioren, indem sie alles andere als abgeschoben sind.
Für die nachfolgenden Stufen würde ich dieses Projekt auch empfehlen, weil es den eigenen Erfahrungshorizont erweitert und jeden einzelnen für Neues öffnet, da sich jeder automatisch mit diesem Bereich des Lebens befasst. Der Kontakt mit Senioren ist vielleicht nicht für jeden einfach, jedoch baut dieses Projekt viele Vorurteile ab und bringt einem manchmal zu ganz anderen, auch beruflichen, Perspektiven.
Nina Carolin Wrenger
KathiV:
Der Pädagogikkurs der 12. Jahrgangsstufe hat ein Projekt mit dem Kreis-Altenheim in Blomberg durchgeführt, bei dem die zwei Generationen in Kontakt traten. Ich würde eine Patenschaft mit einem Altenheim sehr unterstützenswert finden, da die Senioren in unseren heutigen Gesellschaft oft ausgeschlossen und abgeschoben werden, auch wenn es immer mehr ältere Menschen gibt, sind sie eine Randgruppe. Früher lebten viele Generationen einer Familie unter einem Dach und jeder hat sich um jeden gekümmert. Es fand dadurch ein besserer Erfahrungsaustausch statt.
In der heutigen Zeit leben ältere Menschen entweder alleine oder in Altenheimen, die oft so schönen Namen tragen, wie z.B. Seniorenresidenz mit betreutem Wohnen. Eine beeindruckende Empfangshalle und Hochglanzprospekte versprechen ein komfortables, geselliges und rundum sorgloses Leben. Doch hält der Schein, was er verspricht? Meistens leider nicht. Es gibt zu wenig Personal um die hilfsbedürftigen Bewohner ausreichend zu versorgen. So müssen Bewohner, die nicht mehr selber in der Lage sind ihr Stück Fleisch zu schneiden, oft hungern, müssen tagelang mit einem nicht funktionierendem Hörgerät herumlaufen, da die Schwestern die Batterien nicht auswechseln und müssen oft extrem lange warten, bis jemand zur Hilfe kommt, nachdem sie den Signalknopf gedrückt haben. Dabei weiß jeder, dass oft Sekunden entscheidend sein können. Schlimm wird es jedoch erst wirklich, wenn man ein Schwerstpflegefall wird und auf die Pflegestation der Altenheime muss, die meist alles andere als menschenwürdig sind. Haben wir nicht alle Angst davor, so zu enden? Würden wir uns nicht sehr darüber freuen, wenn wir regelmäßig Besuch bekämen, der sich mit uns unterhalten würde?
Ich bin der Auffassung, dass jeder Mensch, egal welchen Alters, ein würdiges Leben haben sollte, denn das wünschen wir uns schließlich auch für uns selber. Aber wie können wir erwarteten, dass uns später, wenn wir alt sind, uns jemand besucht, wenn wir es selber auch nicht für nötig gehalten haben? Wir sollten uns von unserem Egoismus lösen und an andere denken. Denn eins sollten wir nicht vergessen, dass jeder einmal alt wird.
Folgender Antrag wurde im November 2005 an die Fachkonferenz Pädagogik gestellt:
Grundkurs Pädagogik (Eickmeier)
Blomberg, 07.11.2005
Antrag an die Fachkonferenz Pädagogik
Die Fachkonferenz Pädagogik möge beschließen, dass im Pädagogikunterricht der Jahrgangsstufe das Thema „Leben im Alter“ in Form eines Kooperationsprojektes mit dem Kreisaltenheim Blomberg behandelt wird und dies im schulinternen Lehrplan verankert wird.
Neben zwei durchorganisierten Treffen mit den Senioren in der Schule und im Altenheim Blomberg soll auch die theoretische Vorbereitung Bestandteil des Projektes sein. Dazu gehört natürlich die Recherche und Bearbeitung entsprechender Quellen, aber auch ein Treffen mit einem Mitarbeiter (z.B. Beispiel Herr Hoischen aus der Kreisverwaltung der Altenheime), in dem strukturelle und finanzielle Fragen zur Arbeit eines Altenheimes geklärt werden können.
Während das Treffen mit dem Fachpersonal des Altenheimes in einer Doppelstunde des normalen Regelunterrichts stattfindet, sollten die Treffen mit Bewohnern des Altenheimes am Nachmittag außerhalb der Schulzeit Platz finden. Die Lehrer sollten deshalb bemüht sein an anderer Stelle Entlastung zu finden (z.B. durch Erlassung zusätzlicher Hausaufgaben). Über die Form eines Projekttages kann und sollte auch nachgedacht werden. Dabei sollte jedoch auf die Planung des Zentral-Abiturs Rücksicht genommen werden.
Im Anschluss an das Projekt soll den Schülern der Jahrgangsstufe und eventuell der gesamten pädagogischen Oberstufe die Möglichkeit angeboten werden, eine AG ins Leben zu rufen, die sich mit der Thematik „Leben im Alter“ tiefgehender beschäftigt und weitere Treffen mit den Senioren organisiert.
Wir hoffen auf Berücksichtigung und Genehmigung unseres Antrags, den wir auf Grund unserer eigenen positiven Erfahrungen im Umgang mit den Senioren stellen. Diese Erfahrungen möchten wir nun an andere Stufen weitergeben, um so zusätzlich Verbesserungen möglich zu machen.
Mit freundlichen Grüßen
Die Schüler des Pädagogik-Grundkurses der Jahrgangsstufe 13