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Globalisierung2008 / UN

Zusatzkurs SOZIALWISSENSCHAFTEN 13d - 2008


UN - United Nations


UN - Allgemeines

Die Gründung der Vereinten Nationen (United Nations, UN) wurde schon 1937 vom US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt vorangetrieben. Roosevelt hatte die Vorstellung einer Weltgemeinschaft, die legitimiert und handlungsfähig sein sollte. Doch erst Anfang 1942 wurde die „Erklärung der Vereinten Nationen“ verkündet, die am 24. Oktober 1945 mit der Charta der UN in Kraft trat.

Im Laufe der Jahre ist die UN auf 192 Staaten angewachsen. Das sind fast alle Staaten der Welt. Nur die Vatikanstadt und wenige nicht von allen Völkern anerkannte Staaten, wie die demokratisch-arabische Republik Sahara im Gebiet (West-) Sahara, die türkische Republik Nordzypern, die Republik Kosovo, die Cookinseln sowie die Republik China (Taiwan), gehören nicht zur Gemeinschaft der UN dazu. China nimmt jedoch eine Sonderstellung ein, da dieser Staat mit zu den 51 Gründungsmitgliedern der UN zählt. Er war sogar einer von den fünf ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat, wurde aber 1971 davon ausgeschieden. Momentan vertritt die Volksrepublik China die chinesischen Interessen in der UN. Sie ist konsequent gegen den Beitritt Taiwans in die Gemeinschaft der Vereinten Nationen, jedoch ein ständiges Mitglied im Sicherheitsrat.

Die Vereinten Nationen setzen sich aus den jeweiligen Regierungsvertretern der Mitgliedsstaaten zusammen. Die Generalversammlung, der Sicherheitsrat, das Sekretariat mit dem Generalsekretär, der Wirtschafts- und Sozialrat sowie der Treuhandrat und der Internationale Gerichtshof sind die Hauptorgane der UN.

Gefordert wurde diese Weltgemeinschaft als eine Abkehr vom amerikanischen Isolationismus. Daraus hat sich heute eine wichtige Organisation entwickelt, die für die Sicherung des Weltfriedens eintritt, die sich für Völkerrechte einsetzt und die Menschenrechtspolitik sowie die internationale Zusammenarbeit fördert.

Doch auch einige Probleme ziehen die 192 Mitgliedsstaaten mit sich. Entscheidungen zu treffen ist meist ein mühsamer und langwieriger Prozess. Die Vereinten Nationen können deswegen nur so handlungsfähig sein, wie es ihre Mitgliedsstaaten erlauben. Obwohl die UN fair handeln möchte, kommt es dennoch zu einiger Kritik. Zum einen wäre da die historisch bedingte Zusammensetzung des Sicherheitsrats, zum anderen die flexibel interpretierbare Charta. Auch mehrere Einsätze der Vereinigten Staaten hätten besser laufen können. Zu guter Letzt sind immer noch einige UN-Mitgliedsstaaten in der UN-Feindstaatenklausel eingetragen. Dazu gehören unter anderem die Bundesrepublik Deutschland und Japan. Handlungen, die sich gegen solche Staaten richten, haben jedoch keine Wirksamkeit mehr.

Nicole Engel


Friedenseinsätze

Entwicklung

Die Friedeneinsätze der UN stellen eine ihrer Hauptaufgaben dar. Allerdings haben sie sich seit der Gründung 1945 sehr stark verändert.

Zu Beginn wurden lediglich leicht bewaffnete UN Soldaten, die so genannten Blauhelme eingesetzt. Sie stellten die erste Generation dar. Ihre Aufgabe bestand darin, sich auf die Beobachtung und Überwachung der Waffenstillstände zu beschränken und Gewalt nur im Falle einer persönlichen Selbstverteidigung anzuwenden. Sie kümmerten sich folglich nur um die Eindämmung des Problems, sodass es sich nicht global ausweiten konnte.

Die zweite Generation entwickelte sich Ende der 80er Jahre und war zusätzlich für eine Beendigung und Lösung der Konflikte zuständig.

Die dritte Generation entstand, da sich viele Länder nicht and die vereinbarten Friedensabkommen hielten. Vor allem der Völkermord in Ruanda 1994, bei dem circa 800.000 bis 1.000.000 Menschen ums Leben kamen, veranlasste die UN dazu, schwer bewaffnete Einheiten in die Einsatzgebiete zu schicken, die sich zudem um die Friedenserhaltung und den Aufbau eines politisch-wirtschaftlichen Systems kümmern.

Die Friedenseinsätze der UN haben eine große Bedeutung, da sie den Weltfrieden sichern und für die Einhaltung der Völker- und Menschenrechte sorgen.

Finanzierung der Friedenseinsätze

Die Finanzierung erfolgt durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, wobei sich der Anteil der Länder an ihrer ökonomischen Stellung orientiert. Zwischen 1948 und 2006 wurden 41 Milliarden US-Dollar für die Friedenseinsätze ausgegeben.

Nicole Eickmann


Aktuelle Friedenseinsätze

2006 gab es 16 Missionen der UN die den Frieden unterstützen. Sieben in Afrika, drei in Europa und dem Nahen Osten, zwei in der Region Asien-Pazifik, eine in Mittelamerika, eine in Afghanistan, eine in Sierra Leone sowie eine im Irak.

Afghanistan

Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan, kurz UNAMA (von engl. United Nations Assistance Mission in Afghanistan), hält bereits vom 28. März 2002 bis voraussichtlich zum 23. März 2009 an. Da sie schon 2007 und 2008 verlängert wurde, ist eine genaue Zeitangabe der Rückkehr der Soldaten kritisch zu betrachten.

Fast 1000 meist afghanische Mitarbeiter zählen zu dieser Mission, die zum Department of Peacekeeping Operations dazugezählt wird. Dabei ist das Hauptquartier in Kabul sowie acht regionale Büros, mehrere Unterbüros und Verbindungsbüros in Islamabad und Teheran die Grundausstattung vor Ort der Organisation dieses Friedenseinsatzes.

Die Aufgabe der UNAMA bestand darin, die Wahl einer neuen Verfassung in Afghanistan zu unterstützen, ohne dass es dabei zu Komplikationen im Volk kommen sollte. Am 4. Januar 2004 beschlossen 502 Delegierte eine von einer neunköpfigen Kommission ausgearbeitete Verfassung. Mithilfe dieser Mission wurden auch die Wahlen zum Präsidenten am 9. Oktober 2004 und des Parlamentes am 18 September 2005 meist friedlich vollzogen.

Die Joint Electoral Management Body (JEMB) organisierte beide Wahlen. Sie setzte sich aus Afghanen und Vertretern der von den Vereinten Nationen gebildeten Kommission zusammen. Auch die Media Commission sowie die Electoral Complaints Commission arbeiteten bei den Wahlen mit.

Mehr als 1 Million Flüchtlinge wurden bei ihrer Rückkehr nach Afghanistan unterstützt, was mithilfe der Kooperation mit der afghanischen Übergangsregierung vielleicht nicht geschehen wäre.

Die UNAMA steht für die Überwachung von Nahrung, Dünger und Saatgut bereit. Insgesamt werden bei dieser Mission die Bemühungen der anderen UN-Organisationen und der nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen koordiniert.

Nicole Engel


Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs)

Eine NGO ist eine nichtstaatliche Organisation, die zum einen nicht kommerziell ist und zum anderen weder von staatlichen Stellen organisiert wird noch von ihnen abhängig ist. Sie existieren seit dem 19. Jahrhundert, doch bereits 1839 wurde die erste Menschenrechtsorganisation (Anti-Sklaverei-Gesellschaft) und 1863 die erste humanitäre Organisation, das Rote Kreuz, gegründet. NGOs sehen die Globalisierung sehr kritisch an, betreiben Umweltschutz und setzen sich für Frieden und Völkerverständigung ein.

Einige der bekanntesten NGOs sind Greenpeace, Amnesty International, UNICEF und Ärzte ohne Grenzen. Da sich in den letzten Jahren die Globalisierung zunehmend weiterentwickelte, stieg auch die Anzahl der NGOs: während 1951 nur 832 NGOs existierten sind es 2004 bereits 7.306 gewesen.

Beispiel für NGOs: Ärzte ohne Grenzen

Die 1971 in Paris gegründete Hilfsorganisation „Médecins Sans Frontières“ hat sich auf die medizinische Hilfe in Krisengebieten spezialisiert. 2500 freiwillige Mitarbeiter „arbeiten“ zurzeit in rund 70 Einsatzgebieten. Ihre Aufgabe besteht in der medizinischen Versorgung von Opfern, ungeachtet ihrer Nationalität oder Religion. Des Weiteren werden auch Krankenhäuser und Kliniken wieder aufgebaut, Ernährungszentren neu gebaut oder auch Sanitärprojekte gefördert. Da die Finanzierung zur Hälfte durch private Spenden geregelt wird, ist Ärzte ohne Grenzen eine sehr unabhängige Organisation.

Nicole Eickmann