Zusatzkurs SOZIALWISSENSCHAFTEN 13d - 2008
Bevölkerungswachstum
„Bevölkerungsflut“, „Bevölkerungsexplosion“, „Bevölkerungsbombe“ – mit diesen alarmierenden Begriffen wird in der politischen Diskussion die Tatsache beschrieben, dass die Weltbevölkerung wächst.
Heute leben über 6,5 Milliarden Menschen auf der Erde, kaum vorzustellen, wenn man weiß, dass es im Jahr 1950 noch 2,5 Milliarden waren und vor 2000 Jahren nur 300 Millionen.
Nach mittleren Wachstumsprognosen des UN/DESA wird die Bevölkerung bis 2050 auf etwa 9 Milliarden Menschen ansteigen, jedoch ergeben auch weitere Prognosen, dass die Zahl der Weltbevölkerung ab 2070 zurückgehen wird.
Andererseits nimmt nicht nur die Bevölkerungszahl nimmt zu, sondern auch die Bevölkerungsdichte. Lebten 2005 durchschnittlich noch 48 Personen pro km², so wird sich diese Zahl nach Schätzungen der UN/DESA bis 2050 auf 67 erhöhen.
Außerdem ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung gestiegen und wird dies auch weiterhin tun. Von 1950 bis 2005 ist es von 23,9 auf 28,1 Jahre gestiegen und nach mittleren Wachstumsprognosen wird es 2050 ein Durchschnittsalter von 37,8 Jahren geben (Prognose gilt bisher nur für Europa).
Die Bevölkerungsentwicklung ist speziell in Hinblick auf den Verbrauch von globalen Ressourcen zu beobachten. Ressourcen die für die Gesellschaft unverzichtbar sind und zweifellos nicht unendlich vorhanden sind. Die Wachstumsprognosen können also auch Auskunft darüber geben, wie schnell sich die Menschen den natürlichen Grenzen nähern.
Bevölkerungswachstum nach Regionen
Der Anstieg der Weltbevölkerungszahl ist unterschiedlich auf verschiedene Regionen verteilt.
Die UN/DESA unterscheidet in ihren Prognosen zwischen ökonomisch entwickelten Staaten, ökonomisch sich entwickelnden Staaten und ökonomisch am wenigsten entwickelten Staaten.
Für das Wachstum von 1950 bis heute sind größtenteils die ökonomisch sich entwickelnden Staaten verantwortlich und vor allem die am wenigsten entwickelten Staaten haben einen überdurchschnittlich hohen Anteil am erwarteten Bevölkerungswachstum.
Somit bleibt die Bevölkerungszahl bis 2050 in den ökonomisch entwickelten Staaten unverändert, in den sich entwickelnden Staaten steigt sie jedoch jährlich um durchschnittliche 57 Millionen Menschen, wovon 22 Millionen Menschen allein in den am wenigsten entwickelten Staaten hinzukommen.
In den am wenigsten entwickelten Staaten wird die Bevölkerungszahl nach mittleren Wachstumsprognosen bis 2050 von 760 Millionen auf etwa 1,7 Milliarden Menschen steigen, also sich mehr als verdoppeln – in Staaten wie Afghanistan, Kongo, Uganda oder Niger (weitere s.h. Link) wird sogar mit einer Verdreifachung gerechnet.
Es gibt jedoch auch 51 Staaten, unter anderem auch Deutschland, in denen mit einer Abnahmen der Bevölkerungszahl bis 2050 gerechnet wird.
Zusatzinformation:
Während in Afrika der Anteil an der Weltbevölkerung stetig steigt (von 9% im Jahr 1950 über 13% im Jahr 2000 auf Schätzungsweise 20% im Jahr 2050) wird Europas Anteil an der Weltbevölkerung stark abnehmen (von 22% auf 12% zwischen 1950 und 2000 und weiter sinken auf 7 % im Jahr 2050). Gleichzeitig wird in Europa auch die absolute Bevölkerungszahl sinken – um etwa 75 Millionen Menschen bis 2050.
Kim B.
AIDS- Ein Virus ohne Grenzen?
"AIDS ist die größte Herausforderung unserer Generation"
"Die AIDS-Krise verschärft sich in Afrika und neue Epidemien breiten sich mit rasender Geschwindigkeit in Asien und Osteuropa aus. Keine Region der Welt ist verschont geblieben."
(Kofi Annan, Generalsekretär der UN von 1997 bis 2006)
Aids ist ein Phänomen der Globalisierung. Während sich die Lage in Afrika verschärft, breiten sich in Asien und Osteuropa neue Epidemien mit rasender Geschwindigkeit aus. Die Gründe jedoch sind unterschiedlich. In Südostasien verbreitet sich die Krankheit mehr durch heterosexuelle Kontakte und in China und Indien mehr durch Menschen, die sich Drogen injizieren.
Obwohl in den USA und Europa die meisten erkrankten Menschen eine Therapie erhalten, steigen auch hier die Infektionsraten. Immer mehr Frauen infizieren mit dem Virus. Während zu Beginn der Epidemie (1981) überwiegend Männer betroffen waren, sind nun schon die Hälfte der HIV-Infizierten Frauen. In manchen Teilen Afrikas sind es sogar 60 Prozent. Dies ist zu erklären durch die Erfahrungen der jungen Mädchen, die sie sehr früh mit viel älteren Männern haben.
Noch nie war die Zahl der Neuinfektionen so hoch wie im Jahre 2003. Circa 4,8 Mio. Menschen sind 2003 mit HIV infiziert worden. In der Zeit von 2003 bis 2005 ist die Zahl der Erkrankten in allen Regionen stetig gestiegen. Im Gegensatz zu 2003 ist die Zahl der Neuinfektionen 2006 leicht zurückgegangen. Häufig fehlt es noch an Behandlungsmöglichkeiten der Infizierten.
Aids ist eine Bedrohung für ganze Länder und Regionen. Seit der Entdeckung 1980 breitet sich diese Krankheit rasant aus. Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer. Hier ist ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung mit dem Virus infiziert. Hier gehen die Auswirkungen über den Gesundheitssektor hinaus. Gerade erwerbstätige Menschen infizieren sich und das führt zu einer Stagnation ganzer Wirtschaftszweige. Auch die Ausbildung an Schulen, die mit wenigen Lehrern auskommen müssen, ist nicht länger gesichert.
Es wird geschätzt, dass das Inlandsprodukt in den Staaten mit hohem Anteil an AIDS-Kranken durchschnittlich um 1 bis 2 Prozent niedriger ausfällt als in vergleichbaren Ländern ohne AIDS. Damit droht die Krankheit die Entwicklungsfortschritte der letzten Jahrzehnte rückgängig zu machen. Ein Problem hierbei ist, dass AIDS in manchen Ländern noch als ein Tabuthema gilt. Dabei ist die Aufklärung gerade in den ärmeren Ländern sehr wichtig.
Beispiel: Uganda
Hier sind bereits 800.000 Menschen an AIDS gestorben und weitere 1,2 Millionen Menschen haben sich mit dem HI-Virus infiziert. Trotzdem ist es der Regierung in den vergangenen
Jahren gelungen, die Zahl der Neuinfektionen zu verringern. In den Städten ist der Anteil der HIV-Infizierten seit 1992 von 10 auf 4,3 Prozent gefallen, auf dem Land von 8,3 auf 5 Prozent. Wichtigster Erfolgsfaktor war die Verbreitung von Vorsorgemaßnahmen wie z. B. der Verwendung von Kondomen zur Vermeidung von Ansteckung. Neben der Aufklärung und Prävention gibt es verschiedene Projekte die von Organisationen unterstützt werden.
Global Player und AIDS am Beispiel von DaimlerChrysler
DaimlerChrysler beschäftigt allein in Südafrika mehr als 4000 Mitarbeiter. Neun Prozent der Beschäftigten sind mit HIV infiziert. Wenn diese auf Grund der Krankheit ausfallen, werden neue Arbeitskräfte gebraucht, die unter Umständen viel Geld kosten.
Ein Ziel des Global Players ist es, die Menschen über die Gefahren aufzuklären und bereits erkrankte Menschen medizinisch zu unterstützen. Der Virus soll also durch gezielte Betreuung, medizinische und psychologische Unterstützung und Informationskampagnen eingedämmt werden. Unter anderem informieren Menschen aus der Belegschaft ihre Kollegen. Trotzdem gilt das Thema immer noch als Tabuthema, besonders unter den älteren Menschen. Ein anderer Weg der Eindämmung ist die Präventation. Durch praktische Tipps wird den Mitarbeitern gezeigt, wie sie sich vor AIDS schützen können.
Dieser Kampf endet aber nicht mit den Werkstoren. DaimlerChrysler arbeitet auch mit Schulen, Ärzten und Krankenhäusern zusammen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Anika L.
Regionale Verbreitung der AIDS-Epidemie
HIV- Human Immunodeficiency Virus (Menschliches Immunschwäche Virus) HIV ist eine mehrjährige Inkubationsphase, die anschließend zu AIDS führt und AIDS ist unheilbar.
AIDS- Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbenes Immun- Defekt- Syndrom) und ist eine Immunschwächekrankheit.
HIV-positiv wird auch Hi- Virus genant und ist im Blut und anderen Körperflüssigkeiten enthalten. Wenn es dazu kommt, dass das Immunsystem so stark geschädigt ist, dass es sich gegen Krankheiten verschiedener Art nicht wehren kann, so ist man aidskrank.
Eine Visualisierung zur regionalen Aids- Verbreitung unter:
((http://www.bpb.de/wissen/ZABO4S,0,0,Regionale_Verbreitung_der_AIDSEpidemie.html))
Von einer überdurchschnittlichen Zahl an Neuinfektionen sind vor allem Osteuropa und Zentralasien sowie Ostasien betroffen. In Osteuropa und Zentralasien stieg die Zahl der HIV-Positiven zwischen 2003 und 2005 um ein Drittel auf 1,6 Millionen, die Zahl der AIDS-Toten hat sich im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt und lag 2005 bei 62.000. In Ostasien stieg die Zahl der HIV-Positiven im Vergleich zu 2003 um ein Viertel auf 870.000.
Ein Beispiel ist Russland, wo AIDS erst Ende der 80’er Jahre ausgebrochen ist und Ende der 90’er Jahre stieg sie signifikant an. Die ersten Ausbrüche galten unter den Drogennutzern (gegenseitige Spritzenaustausch). Heute ist HIV/AIDS von der Randgruppe (Drogenkosumenten) mitten in die Gesellschaft gelangt. Die Altersgruppe der Erkrankten befindet sich zwischen 18 und 30 Jahren, also ein erschreckend junges Alter. Man hat dann auf Grund der Fakten versucht die Krankheit aufzuklären, um was es sich dabei handelt. Am Ende der 90’er Jahre haben Gesundheitsämter und Mediziner in der Russischen Föderation diese Epidemie weitgehend ignoriert und als Randgruppenproblem gesehen. Es gibt zwar mittlerweile AIDS- Zentren, doch die Behandlung von Drogenabhängigen verläuft schleppend, wie auch die Mutter Kind Behandlung, da es als „unheilbar“ gilt. Man versucht von staatlicher Seite irgendwie zu reagieren, aber es gibt keine gesamtstaatliche Strategie wie der Kampf gegen HIV/AIDS wäre (es gibt Länder wie Brasilien etc. die diese HIV/AIDS Herausforderung erkannt haben und gezielt reagieren und damit Erfolge erzielen).
Man kann weder von einer flächendeckenden Behandlung noch von gezielten und wirkungsvollen Präventionsmaßnahmen jedenfalls in der Russischen Föderation/Ukraine sprechen. In Estland (Heute EU Mitglied versucht man es). Es gibt in vielen Städten heute Mütter, Verwandte von HIV-infizierten und Betroffene oder Vulnerabe (verletzliche) wie homosexuelle Gruppen etc., die sich zusammenschließen, um so einen Zugang zu Behandlung zu erhalten bzw. zu erkämpfen. Es gibt auch Beratungsstellen, die von nichtstaatlichen Organisationen gegründet wurden, die auch gute Arbeit leisten und sehr an internationalen Kenntnissen interessiert sind und sie für die dortigen Verhältnisse anpassen.
Heute geht es nicht mehr primär um den Zugang zu Geldern aus dem Ausland, sondern in der internationalen Zusammenarbeit geht es vor allem um Austausch, gegenseitige Unterstützung (natürlich braucht man dazu auch Mittel). Auf einer der letzten Tagungen nannten Partnerorganisationen vor allem Unterstützung bei der Ausarbeitung von Beratungskonzepten, bei der Beeinflussung (unserer) Politiker, um ihre Kollegen in Osteuropa auf die Lage aufmerksam machen, um Mentalitäten zu ändern und deutlich zu machen, dass es um die Jugend und somit um die Zukunft der Länder geht. Letztendlich geht es auch um moralische Unterstützung derjenigen, die sich engagieren und dass unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen.
Tanja W.