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Globalisierung2008 / Kulturelle Globalisierung

Kuturelle Globalisierung - Fernsehunterhaltung

Fernsehgeschichte

Erfindung:

Bereits 1843 entwickelte Alexander Bain die Technik, Bilder punkt- und zeilenweise elektrisch abzutasten und Helligkeitsunterschiede zu übertragen. Paul Nipkow, eigentlicher Erfinder des Fernsehers, entwickelte 1883 ein elektrisches Teleskop mit rotierender Scheibe, die spiralförmige Löcher hatte und die Bilder in Hell-Dunkel-Signale zerlegen und wieder zusammen setzen konnte. Das Patent hierfür meldete er am 04.01.1884 an. 13 Jahre später (1897) entwickelten Ferdinand Braun und Jonathan Zenneck die Braunsche Röhre, welche erstmalig Fernsehbilder von lebenden Personen in Graustufen und mit Schattierungen erzeugte. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es dank Nipkow die ersten Bildübertragungen.

1926 baute John Logie Baird einen kompletten Fernseher und eine Fernsehkamera, die eine direkte Übertragung der Bilder ermöglichten. Im gleichen Jahr hab es dank Kenjiro Takavanagi eine erste richtige Bildübertragung mit einem Elektronenstrahlrohr (= Braunsche Röhre) auf Sender- und Empfangsseite.

Erste Funkausstrahlungen:

1929 sendete der "Rundfunksender Witzleben" erste regelmäßige Testsendungen. Auch in vielen anderen Ländern (England, Frankreich, Niederlande, Sowjetunion) gab es seit den 30er Jahren Testsendungen. 1934 sendete "Witzleben" die ersten Programme mit Tonübertragung. BBC allerdings konnte dieses schon 1931.

Fernseher vs. Hörfunk:

1945 und 1960: ca. 16 Mio. Rundfunkhörer 1960: 3,5 Mio. Fernsehzuschauer 1964: ca. 7 Mio. Fernsehzuschauer

  • TV: Steigerung um ca. 20% im Jahr
  • Rundfunk: Steigerung durchschnittlich 2% im Jahr

- immer mehr Sender: ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) und ARD (richtete 1964 – 1969 bereits 5 regionale Fernsehprogramme ein)


1951 gab es bereits weltweit Millionen von Zuschauern über Fernsehempfänger. Die Zahl der Zuschauer nahm in den darauf folgenden Jahren stark zu. Zunächst sah man das bespöttelte Medium noch nicht als Konkurrenz für das Radio. Verfolgte man aber die weiteren Jahre und somit die immer steigende Anzahl der Fernsehteilnehmer, so wurde deutlich, dass das Fernsehen das Radio eingeholt hatte.

Eine wichtige Entwicklung des Fernsehens ist vor allem das Farbfernsehen. 1963 erfolgte die erste Ausstrahlung des ersten Farbfernseh-Testbilds. Die Bundesrepublik Deutschland führte das Farbfernsehen am 25. August 1967 ein. Die ersten Entwicklungen für das Satellitenfernsehen begannen im Jahr 1962. Somit war es zum ersten Mal möglich, Fernsehsendungen zwischen den USA und Frankreich zu übertragen. Am 6. April 1965 konnte der erste Nachrichtensatellit benutzt werden. Dieser ermöglichte die Übertragung von Ferngesprächen, Fernschreiben und Fernsehsendungen. Später entwickelte man weitere Satelliten.

Das Kabelfernsehen kam, aufgrund eines verlegten Breitbandkommunikationskabelnetzes der Deutschen Bundespost, im Jahre 1983 zum Vorschein.

Den ersten Videorekorder brachte man 1954 auf den Markt. Dieser verschlang aber 21.600 Meter Magnetband.

Die heutige Entwicklung des Fernsehens von einem großen Kasten zu einem Flachbildschirmfernsehen, zeigt die stark vorangeschrittene Technik.


Das Fernsehen

Fernsehen ist ein Massenmedium, welches sich seit den 1950er Jahren in den Industriestaaten zum Leitmedium entwickelt hat. In Deutschland lief das erste regelmäßige Fernsehprogramm ab dem 22. März 1935.

Es hat eine meinungsbildende und sozialisierende Wirkung und ist in allen Schichten und Altersgruppen sehr beliebt. Es informiert nicht nur über aktuelle Geschehnisse auf der ganzen Welt, sondern verbindet Menschen miteinander, indem es die internationale Kommunikation fördert. In den meisten Ländern hat man sogar die Möglichkeit auch ausländische Sender zu empfangen um einen Einblick in andere Regionen zu bekommen.

Innerhalb der letzten Jahre haben sich die Fernsehprogramme durch einen stark zunehmenden internationalen Handel immer weiter angeglichen. Oft werden Formate aus dem Ausland übernommen und im eigenen Land produziert. Als sehr angesehen gelten derzeit Unterhaltungssendungen wie Talentwettbewerbe, Casting- und Gameshows. "Wer wird Millionär?" ist ein populäres Beispiel für das Kopieren von ausländischen Vorlagen.

Ursprünglich entstand die Sendung in Großbritannien, mittlerweile wird sie jedoch in über 100 Ländern ausgestrahlt. Die Aufmachung der Sendung ist vertraglich geregelt (z.B. die Kameraeinstellung, und die Licht- und Soundeffekte), jedoch unterscheidet sich die Atmosphäre in der Show von Kultur zu Kultur. Während es in einigen Ländern fast ausschließlich um den Unterhaltungswert geht, sind andere Länder eher ernst und gewinnorientiert.

MTV dagegen zeigt, dass eine Globalisierung der Fernsehunterhaltung nicht immer gelingt. Denn der Versuch das Fernsehformat MTV 1981 mit dem Motto "One World-One Music" in allen Ländern einheitlich in allen Ländern auf Englisch ins Rennen zu schicken, scheiterte, da kulturelle und sprachliche Barrieren unüberwindbar waren. Deshalb produziert heutzutage jedes Land sein eigenes MTV.


Wie mächtig ist Hollywood?

Die kulturelle Macht Hollywoods in Europa ist enorm, die amerikanischen Filmanteile im deutschen und italienischen Fernsehen liegen bei ca. 70-80%. Die chinesische, indische und arabische Filmkultur haben die Hollywood-Exporte jedoch nicht zerstört. In diesen Ländern werden überwiegend einheimische Sendungen/Filme produziert und konsumiert.

Entgegen der naheliegenden Annahme bedeuten Gewinne der USA in der Filmindustrie nicht automatisch Verluste in anderen Ländern. Vielmehr verändern sich zwar die Kulturen, aber sie können auch mitwachsen und die globalen Einfluss zu ihrem Film-Export nutzen. Somit besteht ein gewisses Risiko, aber es ermöglichen sich auch große Chancen.

Vor einigen Jahren wurde eine neue einflussreiche Filmindustrie populär, die indische Unterhaltungsindustrie "Bollywood".
"Bollywood ist die größte Filmindustrie der Welt. Einen indischen Film anzusehen, ist vielleicht auch eine Art von gefühlter Globalisierung", Birgit Pestal im Kurier 2008.
Die in Bombay, Indien, hergestellten Filme, Videos, CDs, DVDs und Musikkassetten finden nicht nur reißenden Absatz im Ursprungsland, sondern auch in Ägypten, arabischen Golfstaaten und Ländern wie Großbritannien und USA, wo es starke Einwanderergemeinden gibt.
Anstatt miteinander in einen Konkurrenzkampf zu gehen, der zu einer Verminderung der Preise führen würde, setzt man lieber darauf, Märkte untereinander aufzuteilen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es um die Erschließung neuer Märkte geht.

Realitätsverlust in Entwicklungsländern

Ist es richtig Hollywoodfilme minderbemittelten Menschen vorzuführen?

Schattenseiten der globalisierten Fernsehunterhaltung lassen sich bei der Wirkung westlicher Fernseh- und Filmexporte auf Entwicklungsländer erkennen. Durch das häufige Betrachten eines nicht erreichbaren westlichen Lebensstandarts, geraten diese mittellosen Menschen in starke Indentitätskrisen.
Es besteht die Gefahr, dass sie sich zu sehr mit dem Gesehenen identifizieren und so unter Realitätsverlust leiden. Das kann dazu führen, dass sie beginnen Ziele anzustreben, dieüber ihre eigenen Möglichkeiten hinausgehen. Das folgende Scheitern lässt sie in tiefe Depressionen fallen und hindert sie daran, in ihren eigentlichen Lebensablauf zurückzukehren.

Umfragen zum Thema Fernsehen


Fernsehgeräte pro Haushalt

~~> Die Umfrage der Verbrauchs- und Medienanalyse 08 (VuMa) für 23.500 befragte Bundesbürgern ab 14 Jahren ergab, dass der größere Teil der Deutschen (59 %) über ein Empfangsgerät in den eigenen vier Wänden verfügt. 31 % der Befragten besitzen zwei und 7 % drei Fernsehgeräte. Vier Fernseher oder mehr haben 2 % der Befragten im Haushalt, daher ist dies nicht ganz unüblich. Lediglich 1 % der Deutschen hat keinen Fernseher.

Fernsehverhalten

~~> 76% der befragten Bürger ab 14 Jahren schauen in ihrer Freizeit regelmäßig und intensiv fern. Gelegentliche Fernsehunterhaltung genießen hingegen 18%, selten gucken 3% der Bürger fern und lediglich 2% halten vom fernsehen überhaupt gar nichts.





Quellen:
http://www.bpb.de

http://www.google.de

http://www.fluter.de