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Globalisierung2008 / Fernsehunterhaltung 13 E

Zusatzkurs SOZIALWISSENSCHAFTEN 13e - 2008


Kulturelle Globalisierung- Fernsehunterhaltung

Als kulturelle Globalisierung bezeichnet man zum einen die weltweite Verbreitung der westlichen Werte. Dies waren zunächst die Übernahmen von z.B. Wohlfahrtsprogrammen, Ausbildungsprogrammen und Institutionen.

Zum anderen bedeutet der Begriff "kulturelle Globalisierung" auch die Öffnung des Westens gegenüber nicht westlicher Einflüsse. Ein Beispiel hierfür sind Religionen wie der Buddhismus, der nun auch in nichtasiatischen Ländern, wie Amerika, verbreitet ist und ausgeübt wird. Zudem wurden einige Teile japanischer Managementstrategien und Organisationsformen in westliche Systeme übernommen.

Gegenüber der populär gewordenen Auffassung, dass Globalisierung den Einschluss in eine "einzelne, globale Weltgemeinschaft" bedeutet, kommt die gegenwärtige soziologische Forschung zu dem Ergebnis, dass sie als ein mehrschichtiger Prozess einzustufen ist. Globalisierung wird als eine kulturelle globale Mischung beschrieben, die eine moderne individualistische Rollen-Identität auflöst.

Ein wichtiges Medium für die kulturelle Globalisierung ist das Fernsehen. Es hat enormen Einfluss auf alle Kulturen, die über einen Anschluss verfügen. Westliche Werte und Systeme werden durch Filme (größtenteils aus Amerika exportiert) auf der ganzen Welt dargestellt und vermittelt.

Es sind allerdings nicht nur westliche Wertvorstellungen die verbreitet werden. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten, durch asiatischen Einfluss geprägten, Bollywood-Filme. Diese verbreiten die fernöstliche Kultur in den nordwestlichen Staaten. Beides führt zu einer Vermischung der verschiedenen Kulturen.

Im Hinblick auf das öffentliche Fernsehprogramm, gibt es einige Sendeformate deren Konzepte überall auf der Welt gleich sind. Das prägnanteste Beispiel hierfür ist die Quizsendung "Wer wird Millionär?".

Diese Sendung wird in über 100 Ländern der Welt ausgestrahlt. Die Umsetzungen der Sendungen weichen nur wenig voneinander ab. Die Studios sehen nahezu identisch aus, die Kameraführung ist gleich und auch die Lichteinstellung ist in jedem Land vorgeschrieben. Dennoch sind regionale Unterschiede und der Einfluss der unterschiedlichen Kulturen erkennbar. Dies bezieht sich zum einen auf das Verhalten des Publikums und zum anderen auf den Inhalt der Fragen und die Höhe des Gewinns.(In Japan sind die Gewinne aufgrund von Gesetzen deutlich niedriger angesetzt als in Formaten anderer Länder.)

Die Vereinheitlichung solcher Fernsehkonzepte funktioniert allerdings nicht immer. Hierfür ist der Musiksender "MTV" ein gutes Beispiel. Im Jahre 1981 ist MTV mit dem Motto "One World-One Music" in vielen Ländern gescheitert, weil sie versuchten mit einem einheitlichen Sendeformat grenzüberschreitend erfolgreich zu sein und sich so mit kulturellen und sprachlichen Barrieren der jeweiligen Empfangsregionen konfrontiert sahen. Aus diesem Grund wurde MTV zu Beginn der 1990er Jahre regional angepasst, das heißt, dass das Konzept der Sendung auf die jeweilige Umgebung und die damit verbundene Kultur zugeschnitten wurde.

Hieran wird deutlich, dass auch ein global ausgelegtes Design seine Grenzen hat und nicht zwangsweise zu einem weltweiten Erfolg führen muss.

Betrachtet man die Wirkung von westlicher Fernseh- und Filmunterhaltung auf Entwicklungsländer werden auch einige negative Aspekte der kulturellen Globalisierung erkennbar. Eine Schattenseite ist der "Kulturimperialismus". Es wird ein zu geringes Augenmerk auf die Folgen gerichtet, die entstehen, wenn Filme die einen westlichen Lebensstandart enthalten jenen minderbemittelten Menschen vorgeführt werden.

Die Menschen in den Entwicklungsländern haben nicht die gleichen Möglichkeiten wie die Bewohner der Industriestaaten. Dennoch läuft der siebenfache Vater, der mit seiner Familie eine Hütte in Süd-Afrika bewohnt, Gefahr, sich mit dem gezeigten Filmmaterial zu identifizieren und so unter Realitätsverlust zu leiden.

In Folge dessen, setzen sich die Menschen in den Entwicklungsländern Ziele, die über ihre eigentlichen Möglichkeiten hinaus gehen. Das blockiert sie in ihrem Tun und kann sogar zu Depressionen führen.

Nun stellt sich für uns die Frage, ob es moralisch richtig ist, diese Menschen mit westlichem Hollywoodmaterial zu konfrontieren oder ob die kulturelle Globalisierung eingegrenzt werden sollte.