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Erziehungssituationen / Erzieherverhalten Und Erziehungsstile Als Grundmuster Pädagogischen Handelns

Erzieherverhalten und Erziehungsstile als Grundmuster pädagogischen Handelns (Rebecca)


Erziehungsverhältnisse

S. 70 Aufgabe 1)

Thema: Die Geschichte des Struwwelpeters von Dr. Heinrich Hoffmann

Wie erklären Sie sich die überaus große Popularität dieses Buches?

Der Autor Dr. Heinrich Hoffmann war an Weihnachten auf der Suche nach einem passenden Geschenk für seinen damals dreijährigen Sohn. Da er nichts fand, was seinem Alter entsprechend schien, kam er mit einem leeren Heft zurück. Er schrieb verschiedene Geschichten, die um Kinder handeln, die nicht brav sind, obwohl ihre Eltern sie vorher vor unerfreulichen Konsequenzen ausdrücklich warnen. Die Kinder hören nicht auf die Eltern und ihnen wiederfährt Grausames.

Als einige Erwachsene Freunde von dem Autor das Buch zu Gesicht bekamen, forderten sie ihn auf das Buch drucken zu lassen und zu veröffentlichen. Das Buch erschien weltweit in verschiedene Sprachen übersetzt.

Das Buch dient als Erziehungsmaßnahme und gehört dem autoritären Erziehungsstil an. Die Kinder, die es vorgelesen bekommen, werden abgeschreckt und das verleitet sie dazu auf ihre Eltern zu hören. In jedem Familienhaushalt war dieses Buch zu finden.

Aufgrund der Brutalität, die in diesem Buch aufgeführt wird, reizte es zu einer kritischen Auseinandersetzung, besonders die pädagogischen Vertreter des antiautoritären Erziehungsstils ließen sich gründlich darüber aus.


Text S. 71/72 "Ein ganz normaler Tag in einer ganz normalen Familie..."

Kurze Information über diverse Erziehungsstile :

Autokratischer Erziehungsstil:

In diesem Erziehungsstil wird ein hohes Maß an Autorität der Erzieher gegenüber dem Zu-Erziehenden ausgeübt. Die Eigeninitiative und Meinung des Zu-Erziehenden wird vollständig unterdrückt.

Autoritärer Erziehungsstil:

Das Erziehungsmittel dieses Stils ist Belohnung und Bestrafung. Die Meinung des Zu-Erziehenden wird akzeptiert, zum Schluss bestimmt aber der Erzieher.

Demokratischer Erziehungsstil:

Der Zu-Erziehende wird als ernster Gesprächspartner betrachtet und soll mit steigendem Alter selbstständiger und eigenverantwortlicher handeln. Die Notwendigkeit Grenzen zu setzen wird im Regelfall besprochen.

Egalitärer Erziehungsstil:

Die Erzieher und Zu-Erziehenden haben dieselben Rechte und Pflichten. Die Meinung des Zu-Erziehenden besitzt das gleiche Gewicht wie die des Erziehers.

Permissiver Erziehungsstil:

Der Erzieher hält sich bei der Erziehung vollständig zurück.

Laissez-faire Erziehungsstil:

Die Erziehung wird als eine nicht legitime Maßnahme gegenüber Kindern aufgefasst. Zielgerichtete Erziehungsmaßnahmen unterbleiben.

Negierender Erziehungsstil:

Keine Erziehungsmaßnahmen und kein Interesse gegenüber der Entwicklung des Zu-Erziehenden.

Flexibler Erziehungsstil:

Dieser Stil fordert die richtige Erziehungsmaßnahme situationsabhängig.

S. 73 Aufgabe 2) Welchen Erziehungsstil praktiziert der Vater in diesem Text?

Der Vater praktiziert verschiedene Erziehunsstile zugleich. Er versucht es zuerst mit dem demokratischen Erziehungsstil, doch nach mehreren misslungenen Versuchen, mit den Kindern Kompromisse einzugehen, greift er mit dem autoritären Erziehungsstil durch. Seine Erziehungsmaßnahmen sind situationsabhängig.

Aufgabe 3) Nehmen Sie Stellung: Machen die Eltern "irgendetwas falsch" ?

Meiner Meinung nach machen die Eltern nichts falsch. Wenn ein dreijähriger Junge mit einem Messer spielt, dient es zum Schutz gegenüber ihm und anderen, wenn es ihm sofort weggenommen wird. Der andere Junge, der erwartet, dass die Eltern für ihn springen, nur weil er eine bestimmte Hose anziehen möchte und die anderen ihm zu doof sind, muss ignoriert werden, damit er die Situation nicht ausnutzen kann, um immer das zu bekommen, was er will, ohne selbst etwas dafür zu tun. Der älteste Sohn, der anscheinend in der Pubertät ist, muss lernen, dass auch noch andere Menschen im Haushalt leben und dass man ohne Freundlichkeit nichts erreichen kann. Schließlich können die Kinder nicht ihre Eltern kommandieren.

All diese Maßnahmen sind notwendig, um die Kinder zu selbstständigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten heranzuziehen. Wenn es mit der Demokratie nicht funktioniert, weil die Kinder auf einer anderen Ebene argumentieren, muss autoritär gehandelt werden. Es geht im späteren Leben auch nicht nach deren Nase, das muss ihnen damit gezeigt werden. Jeder Mensch hat zwar Rechte un Pflichten, jedoch können Kinder nicht dieselben Pflichten erfüllen wie Erwachsene, haben somit auch weniger Rechte.

Grundbegriffe und Grundthesen

S. 76 Aufgabe 1) Erläutern Sie den Begründungszusammenhang des Autors für sein Plädoyer für einen demokratischen Erziehungsstil.

Der Autor stellt zuerst fest, dass alle Eltern auf dasselbe Ziel aus sind: Sie wollen ihre Kinder zu selbstständigen, verantwortungsbewussten, leistungsfähigen Persönlichkeiten heranziehen. Er nennt einen Autor (Thomas Gordon), dessen Studien ergeben haben, dass Erziehungsstile, in denen überwiegend irrational Autorität ausgeübt wird, besonders ineffektiv in Hinsicht auf die Ziele Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Leistungsfähigkeit wirken.

Das ist auch so bei dem permissiven Erziehungsstil, denn es wurde festgestellt, dass Agression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen auf Erziehungsstile zurückzuführen ist, bei denen keine festen Regeln für den gesellschaftlichen Umgang bestehen.

In dem autoritären Erziehungsstil wird das Kind in seinem Verhalten und Denken von dem Erwachsenen gelenkt, es gibt strenge Vorgaben woran sich der Zu-Erziehende zu halten hat, da er sonst getadelt wird. Es werden hohe Anforderungen gestellt, gibt aber wenig emotionale Unterstützung. Die Auswirkungen sind Einschränkungen der Kreativität und Spontanität, da das Kind es nicht gewohnt ist, selbstständig zu denken.

Da sich die Eltern bei dem Laissez-faire Erziehungsstil oder permissivem Erziehungsstil nur passiv verhalten, im schlimmsten Fall werden die Kinder vernachlässigt, kann der Zu-Erziehende im Jugend- und Erwachsenenalter weder Beziehungen zu Menschen gleichen Alters aufbauen, noch, sollte eine Beziehung bestehen, diese halten. Außerdem haben sie kein Selbstwertgefühl und kennen kein Nähe- Distanzverhalten.