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DonCarlos2 / Arbeitsplattform

Arbeitsplattform Grundkurs DEUTSCH JgSt. 12 - 1.Halbjahr 2009


Informationen

Auch in der Tektonik des Stückes folgt Schiller dem Modell einer klassischen, geschlossenen Dramaturgie, wie sie später der Literatur- u. Theaterwissenschaftler Freytag rekonstruiert hat:

  • 1. Akt (Exposition): Verhängnisvolle Liebe des Prinzen. Neuerliches Bekenntnis des Prinzen zum Freiheitsideal und zum politischen Engagement.
  • 2. Akt (erregendes Moment): Karlos’ Rückfall und die dadurch angelegten Schwierigkeiten (die Feindschaft der Eboli und des Herzogs Alba). Am Aktschluss wird Karlos durch Posas Eingreifen zur Besinnung gebracht.
  • 3. Akt (Höhepunkt): Die scheinbare Möglichkeit einer Verständigung zwischen dem absolutistischen Monarchen und dem Vorkämpfer der Freiheit.
  • 4. Akt (retardierendes Moment): Umschwung der Handlung durch die im 2. Akt angelegte Intrige und die dadurch notwendig werdende Aktion Posas, bis hin zum Scheitern Posas und zum Triumphieren der Hofpartei am Aktschluss.
  • 5. Akt (Katastrophe): Karlos’ Scheitern in der Realität im Augenblick der inneren Vollendung.

Die Beachtung strenger formaler Aspekte einerseits und die inhaltliche Thematisierung des Strebens nach Freiheit andererseits stellen das Drama an die Grenze zwischen Sturm und Drang und Weimarer Klassik.

Quelle: http://wapedia.mobi/de/Don_Karlos_(Schiller)?t=3.#3.


Aufgaben 20.08.2009

1. Stell dir vor, du liest folgende Theaterkritik zu der Don-Carlos-Aufführung des städtischen Theaters. Würdest du dadurch zu einem Theaterbesuch angeregt? Schreibe eine ausführliche E-Mail an deinen besten Freund/Freundin, in der du deine Überlegungen erläuterst. (E-Mail-Text in die eigene Mappe)

Es geht laut zu am königlichen Hof

Intendant Peter Rein mit Schillers „Don Karlos“ in Ingolstadt Der spanische Königshof – meterhohe Aktenregale, Telefongebimmel, Kaffeeautomat, Kopiergerät, alles hinter Maschendraht und vor riesigen Plexiglas-Türen. Die Männer stecken entweder in mausgrauen Geschäftsanzügen oder in paramilitärischen Uniformen, die Frauen, wenn sie sich nicht gerade im Bikini sonnen, überwiegend in faden bürobraunen Kostümen. Vor und in dieser Kulisse (Bühne: Dorit Lievenbrück, Kostüme: Kristin Hassel) erzählt Intendant Peter Rein seine Version von „Don Karlos“ im Großen Haus des Theaters Ingolstadt. Rein – zum ersten Male führte der 44-Jährige bei einem Schiller-Werk Regie – hat die 6240 Verse dieses „dramatischen Gedichts“ um gut 40 Prozent gekürzt. Trotzdem bleiben mehr als drei Stunden Spielzeit – sie sind aber auch nötig, um all die Verwirrungen und Intrigen einigermaßen deutlich zu machen. Der Vater heiratet die ehemalige Verlobte seines Sohnes. Der aber kann nicht von ihr lassen, den Infanten Don Karlos zieht sein Herz also noch immer zu seiner neuen Mutter. Das aber ist aus Familien- wie aus Staatsgründen streng verboten. Sein Freund Posa, dessen Ideale auf der Ebene einer Menschenrepublik mit allgemeiner Duldung und Gewissensfreiheit schweben, will mit Karlos’ Hilfe die unterjochten Niederlande von der spanischen Blutherrschaft befreien. Gleichzeitig aber braucht König Philipp diesen Posa als Freund. Ein Netz von Intrigen wird gesponnen. Doch was bleibt, sind Tod und Zerstörung und eine erstarrte Welt. Das Geschehen wird in Ingolstadt nicht altmodisch- betulich, sondern „spannend“ herausgearbeitet, unterstützt durch eine nahezu permanent unheilschwangere, atonale Streicher- Untermalung (Musik: Stephan Kanyar). Mit der Art und Weise, wie er „Don Karlos“ auf die Bühne stellt – die Schauspieler agieren allesamt mit viel Körpersprache, schreien ihre Empfindungen laut, sehr laut heraus – knüpft Rein an seine Regiearbeit bei Shakespeares „Richard III.“ vor drei Jahren an. Die Hauptdarsteller halten sich streng an die vorgegebene Konzeption: Norbert Aberle als steif-distanzierter und dennoch um Nähe und Wärme heischender König Philipp von Spanien, Aurel Bereuter als elanvoll-mitreißender, aber letztendlich an sich und den politischen Umständen (ver)zweifelnder Don Karlos, Richard Putzinger als idealistisch schwärmerischer Marquis Posa und Ralf Lichtenberg als eiskalter, zynischer Herzog von Alba. Einen prägnanten Kurzauftritt als im Elektrorollstuhl sitzender Großinquisitor hat als Gast aus München Peter Radtke. Außerdem wirken mit Julia Maronde (als angeschwärmte Elisabeth), Karen Schweim (als intrigierende Prinzessin von Eboli) sowie Olaf Danner als schleimiger, ewig schwitzender Pater Domingo. „Don Karlos“ in Ingolstadt – das ist große Emotion über drei Stunden. Peter Reins Inszenierung wird sicherlich nicht jedermanns Zustimmung finden, aber möglicherweise ist dies die einzig vernünftige Art und Weise, Schiller zeitgemäß und dennoch „klassisch“ anzubieten. Dieser „Don Karlos“ wird, so oder so, im Gedächtnis haften bleiben.

Augsburger Allgemeine – 05.03.2007 (Diese und weitere Aufführungskritiken finden sich oben in Link 3)

2. Dein Freund/Deine Freundin schreibt zurück. Er/Sie ist neugierig geworden, will mehr zum zugrundeliegenden Inhalt wissen. Deshalb liest du die erläuternden Inhaltszusammenfassungen durch - und bei Interesse auch den zugeordneten Originaltext. (Link 1) Du übermittelst deinem Freund/deiner Freundin diesen Link ebenfalls. Vielleicht sogar zu deinem Erstaunen fängt er/sie auch an zu lesen. Dabei ergeben sich eine Reihe von Fragen, manches bleibt offen und - zumindest vorläufig - bildet ihr euch eine Meinung zu der Frage, ob es sinnvoll ist, dieses Stück in der heutigen Zeit noch aufzuführen.

  • Du sollst die entstehenden Fragen und Unklarheiten auflisten.(In der eigenen Mappe)
  • Sollte das Stück in der heutigen Zeit aufgeführt werden? Stellt eure Meinung dar und begründet sie. (PA - Schriftliche Stellungnahme hier auf der WIKI-Plattform)

Klausur

Da wir die letzten beiden Stunden Eva hatten und wir vorher nicht genau über die Klausur gesprochen haben, wollte ich hier nachfragen was denn jetzt genau vorkommt.

Hoffe auf eine baldige Antwort damit ich noch ein bisschen lernen kann:)

Mfg

Ludwig Hausmann


Schade

Ich habe alle Möglichkeiten überprüft. Leider ist ein Theaterbesuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu realisieren.

Die letzte Abfahrtmöglichkeit in Bielefeld ist um 22.50 Uhr - nach Detmold oder Lemgo. Das Theatertstück dauert jedoch bis mindestens 23.05 Uhr.

Die andere Möglichkeit, mit einem Privatbus zu fahren, ließe sich nur mit ca. 50 bis 60 Teilnehmern realisieren. Das war bei uns in der Schule nicht möglich. Zudem wären zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr genug Karten zu bekommen.

Kurzfristig bleibt nur die Möglichkeit, bei amazon eine Film-Theateraufnahme zu besorgen. Werde ich heute bestellen.

Dann sehen wir weiter.

Schönes Wochenende wünsche ich euch.

Rolf Eickmeier